Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Die Hauptfigur

Arbeitsanweisungen
Materialien
Ergebnisse als doc.Datei

I. Arbeitsanweisungen:

 

1. Bearbeitet das Mindmap unter besonderer Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte:

In welchem Verhältnis stehen die Figuren zu Katharina?

  • Versucht, die Figurenkonstellation in einem Schaubild darzustellen. Berücksichtigt dabei auch, wie die Figuren - unabhängig von der Hauptfigur Katharina - zueinander stehen.

Wie beschreiben und charakterisieren die anderen Figuren Katharina?

  • Welche Figuren beschäftigen sich mit dem Charakter Katharinas?

  • Welche Aspekte des Charakters Katharinas werden von den anderen Figuren gesehen? Welche nicht?

  • Sammelt wichtige Aussagen der anderen Figuren über Katharina und ordnet sie dem Schaubild zu.

Wie sieht Katharina sich selbst?

  • Welche Wertmaßstäbe und Einstellungen vertritt Katharina?

  • Wie sieht sie sich selbst in ihrem sozialen Umfeld?

  • Wie drückt Katharina ihre Positionen sprachlich aus? Sammelt entsprechende Textstellen.

Was versteht Katharina unter „Ehre"?

  1. Erarbeitet, was für Katharina ihre Ehre ausmacht.

  2. Vergleicht ihren Ehrbegriff mit den Ehrbegriffen, die in den Materialien erläutert werden.

  3. Inwiefern hat Katharina durch das Geschehen ihre Ehre verloren?

  4. Welcher Zusammenhang besteht zwischen der „verlorenen Ehre" und dem Mord an dem Reporter Tötges? Wie erklärt sich der Mord?

2. Erarbeitet eine Präsentation (in der Form Eurer Wahl), die Eure Ergebnisse zusammenfassend darstellt. Achtet darauf, dass Ihr Eure Aussagen mit genauen Textnachweisen belegt.

II. Materialien:
„Die Ehre ist, objektiv, die Meinung anderer von unserem Wert, und subjektiv: unsere Furcht vor dieser Meinung." „[...] Die Ehre hat in gewissem Sinn einen negativen Charakter [...] Denn die Ehre ist nicht die Meinung von besonderen, diesem Subjekt allein zukommenden Eigenschaften, sondern nur von den der Regel nach vorauszusetzenden, als welche auch ihm nicht abgehen sollen. Sie besagt daher nur, dass dies Subjekt keine Ausnahme macht, während der Ruhm besagt, dass es eine mache."
aus: Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit, München o. J., S. 65, 67

Wolfgang Habermeyer, Stichwort „Ehre".- In: Encarta Enzyklopädie 2003

Ehre, die Selbstwertschätzung und die durch andere zum Ausdruck gebrachte Anerkennung einer Person. Die universal geltende Menschenwürde bedeutet u. a. ein Anrecht auf Anerkennung und Achtung durch andere Menschen als Mensch. Diese Würde – als Anrecht – findet in der jeweils von Gesellschaft zu Gesellschaft und historisch variierenden Ehre ihren konkreten Ausdruck.

Die Ehre eines Menschen gilt in der Bundesrepublik als zu schützendes Rechtsgut, das bei Verletzung strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Darüber hinaus ermöglicht die demokratische Grundverfassung die besondere Ehrung von Menschen (z. B. durch die Verleihung der Ehrenbürgerrechte an einzelne Personen), wenn sie sich in hervorragender Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben (siehe Ehrenamt).

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war in europäischen Gesellschaften die Ehre an Geburt, Stand oder Besitz gebunden. Diese Formen der Ehre waren Ausdruck eines Ethos der Überlegenheit anderen Menschen oder Gruppen gegenüber und beinhalteten sowohl Rechte – bevorzugte Behandlung im sozialen Zusammenleben – als auch Pflichten wie die Einhaltung eines spezifischen Standesethos. Aus der jeweiligen Stellung in der hierarchisch gegliederten Gesellschaft leiteten sich die unterschiedlichen Ansprüche auf Anerkennung, Achtung und Ehrbezeugungen ab.

Aus kulturkritischer Sicht ist anzumerken, dass die moderne bürgerliche Gesellschaft die Person und ihre Ehre schützt, weil die Konkurrenz – und damit die Beschneidung der Interessen anderer – ein zentrales Strukturprinzip dieser Gesellschaft ist. Der Staat als Garant der Wirtschafts_ und Gesellschaftsordnung greift gleichsam kompensatorisch ein und macht den Schutz der Ehre zu seiner Sache, indem er die Ehre zum Rechtsgut erhebt.

Ehre,

1) die einer Person aufgrund ihres Menschseins und der damit verbundenen Würde von Natur aus zukommende, durch Worte und Handlungen bekundete Achtung; 2) innere, auf der Selbstachtung beruhende Haltung (sittliche Würde, Verantwortung); 3) das Ansehen, das einer Person aufgrund ihrer Stellung in der Gesellschaft (Alter, Abstammung, Rang, Beruf) zugebilligt wird.ÿþ Die Ansichten darüber, was mit der Ehre verträglich oder durch sie gefordert sei, wechseln innerhalb bestimmter Grenzen nach Völkern und Zeitaltern. Konflikte der Ehre mit anderen hohen Gütern, z.ÿB. der Liebe, bildeten zu allen Zeiten ein Hauptthema der epischen und dramatischen Dichtung.

Rechtlich ist die Ehre das Maß an Achtung, das jedem unbescholtenen Menschen zukommt. Sie ist Ausfluss der in Artikelÿ1 GG garantierten Unantastbarkeit der Menschenwürde, außerdem strafrechtlich geschützt (Beleidigung). Bei schuldhafter Verletzung der Ehre besteht ein zivilrechtlicher Anspruch auf Schadensersatz und Unterlassung (§§ÿ823, 824, 826 BGB).

Aus: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999

Zurück