Paolo Ucello, Die Schlacht von San Romano, um 1456

Ucellos Bild „Die Schlacht von San Romano im Jahre 1432“ ist aus Tempera auf Holz  ausgeführt mit den Maßen 182´323 cm. Entstanden ist das Bild als Auftrag Cosimos des Älteren auf Grund des Sieges des Niccolo da Tolentino über die Mailänder bei San Romano. Das Bild ist auf drei großen Tafelbildern dargestellt und ist heute noch in London, Florenz und Paris zu sehen.

Gegenstand des Bildes ist der Krieg der Mailänder gegen Tolentino im Jahre 1432 in der Nähe von San Romano. Im Mittelpunkt des Bildes stehen Schimmel und Falben, auf denen gekämpft wird. Diese sind durch Ritter beritten, die aber ihre Zugehörigkeit durch mangelnde Fahnen und Wappen nicht erkennen lassen. Diese Anonymität war zu der Zeit auf einem Kriegsbild sehr ungewöhnlich und provokant in der Verbindung mit einem Krieg. Lediglich ein Trompeter am linken Bildrand und ein Armbrustschütze im Hintergrund des Bildes lassen ihre Gesichter erkennen und lösen die völlige Anonymität in dem Bild auf.

Das Bild wirkt insgesamt sehr düster und beunruhigend, was sicherlich an der Farbenwahl Uccellos liegt. Die Farben sind in kaltem Stahlblau und in anderen dumpfen Metalltönen gehalten um die Kälte eines Krieges aufzuzeigen, was ebenfalls provokant zu der Zeit war, weil in der Frührenaissance oft der Krieg verherrlicht und verharmlost wurde. Die Lanzen hat Uccello hell gehalten, um die Gefahr, die aus ihnen ausgeht, aufzuzeigen. Auch die Farbenwahl ist neu zu seiner Zeit, weil die Künstler in seiner Zeit vorwiegend helle, freundliche Farben benutzt haben.

Besonders markant wurde sein Bild dadurch, dass er die Figuren mit Hilfe seiner Fluchtpunktperspektive in den Raum stellte und damit, besonders für die damalige Bevölkerung, das Bild sehr lebendig machte.

Seine Darstellung ist zum einen inhaltlich mutig, weil er die Anonymität des Krieges und die Kälte des Krieges zeigt, zum anderen ist die Darstellung für die Zeit außergewöhnlich, besonders wegen der Farben und der Dreidimensionalität.

An diesem Beispiel sieht man deutlich, wie provokant und neu Uccello arbeitete[1].    

[1]vgl. Gabriele Bartz, Eberhard König, Uffizien. Kunst und Architektur, S. 105 f.

Cora Gempf