Architektur der Renaissance in Florenz

Einleitung
Antike Architektur
Baustil der Renaissance
Die Rolle der Architektur in Florenz zur Zeit der Renaissance
Bedeutende Architekten

 

Einleitung

"Die Ursprünge der modernen Baukunst und Dekoration, bei welchen wir dem innern Werte und den Architekten zu Gefallen etwas umständlicher verweilen wollen, heißen in der jetzigen Kunstsprache die Renaissance." [1]

Schon die betreffenden Künstler selbst glaubten an eine mögliche Wiedergeburt der ganzen antiken Architektur und meinten sich diesem Ziele zu nähern; in der Tat aber bekleideten sie nur die von ihnen selbst geschaffenen Kompositionen mit den antiken Detailformen. Die römischen Baureste gaben jedoch für die Lösung der damaligen Aufgaben zu wenige unbedingte Vorbilder. Für mehrstöckige Bauten z. B. war man fast einzig auf die römischen Theater und auf das damals noch vorhandene Septizonium Severi (am Fuß des Palatin) angewiesen, welches letztere dann allerdings einen bedeutenden Einfluss ausübte; für Prachtbekleidung von Mauern fand man nichts Besseres vor als den Triumphbogen. Von irgendeiner Unterscheidung der Epochen, in römisch-antike und griechisch-antike Archtektur, war noch nicht die Rede; man nahm das Altertum als Ganzes zum Muster und berief sich auf das Späteste wie auf das Frühste.

Es wird bisweilen bedauert, dass Brunellesco und Alberti nicht auf die griechischen Tempel statt auf die Bauten von Rom stießen; allein man vergisst dabei, dass sie nicht eine neue Kompositionsweise im Großen, sondern nur eine neue Ausdrucksweise im Einzelnen von dem Altertum verlangten; die Hauptsache brachten sie selbst mit, und zu ihrem Zweck passten gewiss die biegsamen römischen Formen besser. [2]

[1] http://gutenberg.spiegel.de/burckhar/cicerone/cice105.htm [entnommen 11.03.2005]

[2] ebd.

 

 

Antike Architektur

Antike (von lateinisch antiquus: alt),

geschichtliche und kunstgeschichtliche Epochenbezeichnung für das griechisch-römische Altertum in der Zeitspanne vom Beginn des griechischen Mittelalters (um 1100 v. Chr.) bis zum Untergang des Römischen Kaiserreichs (476) [...]. Oft wird mit dem Begriff der Antike die Vorstellung einer kulturell führenden Stellung des Abendlandes verbunden. Tatsächlich wurden im Vorderen Orient kulturelle Höchstleistungen erbracht, lange bevor in Griechenland die ersten Anfänge in Kunst, Kultur und Wissenschaft unternommen wurden. [1]

 

Antike Bauweise                                                                                                               

Hierbei lässt sich zwischen griechischer und römischer Architektur unterscheiden. 

Die schlichte Harmonie griechischer Bauwerke geht auf die strenge Anwendung geometrischer Regeln (z.B. Goldener Schnitt) zurück. Alle Architekturteile sind logisch und in ihren Maßverhältnissen aufeinander bezogen.
In der römischen Architektur entstehen Tragwerke beliebiger Ausdehnung durch das additive Aneinanderfügen von Bögen, Tonnen- oder Kuppelgewölben. Den Höhepunkt der römischen Gewölbebaukunst stellt das Pantheon (Rom, 114 n.Chr.) mit einem freien Kuppeldurchmesser von knapp 44 m dar.

 

Griechische Baukunst

Die griechische Gesellschaft wollte, in der Zeit der Antike, ihr Gemeinschaftsgefühl stärken und ihren religiösen Zusammenhalt darstellen, zu diesem Zweck errichteten die Griechen im 9. Jahrhundert erst kleine Tempel, deren tragende Elemente ursprünglich Holzsäulen waren. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts begann man die Säulen aus Stein anzufertigen, was den Bau größerer Tempel bzw. Tempelanlagen ermöglichte. Jedoch ließ sich die Bauweise in West und Ost einteilen. Im Westen wurde der dorische Stil angewandt und entwickelt, wogegen der Osten den ionischen Baustil bevorzugte, aus dem sich korinthische Bauweise entwickelte. [2]

 

Säulenordnung

Die Systeme von Formen und Proportionen bei Säulen werden als Säulenordnung bezeichnet. Nach diesen Systemen wurden in der antiken Architektur Tempel und Repräsentationsgebäude errichtet. Man unterschied anfangs zwischen zwei Säulenordnungen, bis Vituv drei Hauptordnungen unterschied. Diese beeinflussten auch die Architektur der Renaissance bis hin ins 19. Jahrhundert. [3]

[1] Encarta Enzyklopädie Plus 2001

[2] http://www.griechische-antike.de/antike-architektur-baukunst.php

[3] http://www.griechische-antike.de/antike-architektur-baukunst.php

Dorische Ordnung

Die dorische Ordnung ist die älteste der griechischen Säulenordnungen und entstand im 8. Jahrhundert v. Christi auf dem Peloponnes, wo sich das kriegerische Volk der  Dorier niederließ. Auch in der Bauweise der Dorier spiegelt sich der kriegerische Charakter dieser wider. Die Architektur weist grobe, mächtige Formen und Elemente auf. Da in der griechischen Baukunst kaum Gewölbe vorkamen, hatten Säulen im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Funktion, an ihnen und ihren Besonderheiten lassen sich am einfachsten und auch heute noch die jeweiligen Baustile erkennen. Die dorische Säule verjüngt sich nach oben, besitzt 16 bis 20 Kanneluren, die ringsum vertikal um den Säulenschaft gegliedert sind. Die Säule besitzt keine besondere Basis auf dem Unterbau (Stylobat). Unterhalb dieses Stylobats befindet sich jedoch ein dreistufiger Unterbau (Krepsis). Charakteristisch für die Säule ist die Schwellung (Entasis) der dorischen Säulen, die ebenso wie die Anwendung des Stufenunterbaus dem Bau die kalte  Strenge nimmt. Am oberen Teil der Säule ist mindestens eine waagerechte Einkerbung zu finden, die unterhalb des unauffälligen Halses, dem Hypotrachelion,  liegt. Der Säulenkopf, Kapitell, besteht jedoch noch aus zwei weiteren Bauteilen, einem wulstförmigen Kissen, dem Echinus, und dem Abakus, einer quadratischen Deckplatte, auf der das Gebälk ruht. Dieses besteht aus glatten Steinbalken (Architrav, Epistyl) und einem Fries, das mit Triglyphen (stilisierten Enden hölzerner Deckenbalken) und skulptierten  Metopen (medaillonförmigen Reliefs) verziert ist und deren oberer Abschluss durch die Kopfleiste gebildet wird. Das Giebeldreieck (Tympanon) nimmt meist die Komposition der Giebelfiguren auf. Die Metopen und Giebelfelder sind die Elemente, welche den Bildschmuck tragen. Darüber liegt der Giebel mit dem Giebeldreieck. Dadurch, dass die Säulen leicht nach innen geneigt sind und die Ecksäulen etwas verstärkt sind, erhält das Bauwerk eine unverwechselbare Leichtigkeit. Der römische Ingenieur und Baumeister Vitruv verglich den dorischen Baustil mit  der „strengen Schönheit des männlichen Körpers, dagegen stellte er den ionischen Baustil als „Ausdruck einer grazilen weiblichen Schönheit“ dar. [1]

[1] http://www.griechische-antike.de/antike-architektur-baukunst.php

 

 

Ionische Ordnung

Die ionische Ordnung hat schlankere Säulen, die sich nur leicht in Gegensatz zu den dorischen verjüngen. Benannt wurde er nach den Ioniern, einem Volk Griechenlands, das sich im Osten Griechenlands ansiedelte. Auch wenn  der Aufbau dem dorischen in den Grundzügen entspricht, so unterscheidet sich die Ionische Ordnung in einigen Merkmalen von ihm. Die Säule erhebt sich hier direkt von der obersten Stufe (Stylobat), und anstelle der dreistufigen Treppe (Krepidoma) besitzt diese eine Basis (Plinthe), meist bestehend aus einem Wulst, einer Hohlkehle (Tori und Trochili) und einem zweiten, kleineren Wulst. Auch unterscheidet sich die Kannelierung der Säule: Die 20 bis 24 von Stegen getrennten Kanneluren (Einkerbungen) sind tiefer und enden kurz vor Säulenfuß und -kopf in einer Rundung. Sie wird auch Stegkannelierung genannt. Das Säulenkopf ist komplexer als der dorische: Der Echinus, das wulstige Kissen, ist zierlicher und als Eierstab gebildet, darunter befindet sich noch ein schmaler Perlstab. Oberhalb des Echinus liegt das typische Pulvinium mit seitlichen Voluten (lat. volutum = das Gerollte), das eine doppelte Spiralform bildet. Das Gebälk ist zweigeteilt in den glatten Steinbalken mit drei leicht vorragenden Stufen (Fasciae) und hat einen Giebel mit Zahnschnitt oder einen Fries mit Reliefs. Die ionische Säule ist für die Vorder- oder Frontalansicht konzipiert, im Gegensatz zu den dorischen, die für die Sicht aus jeder Richtung gebaut wurden. Der zweite Steinbalken des ionischen Tempels ist nicht glatt, sondern durch sogenannte Fascien dreifach horizontal gegliedert. Die Frieszone bildet ein einziges, zusammenhängendes, durchlaufendes, reliefgeschmücktes Band.[1]

[1] http://www.griechische-antike.de/antike-architektur-baukunst.php

 

 

Korinthische Ordnung

Die korinthische Ordnung ist eine hellenistische Ableitung aus der ionischen und wurde gegen Ende des 5. Jahrhunderts entwickelt. Noch schlanker und höher sind die Säulen und unter den floralen Voluten des Kapitells befinden sich zusätzlich ein aus zwei zu einem Kelch geformte Akanthusblatt-Kränze (Bärenklau). Die Hälfte der 16 Blätter hören auf der Hälfte der Säule auf, die übrigen 8 werden höher geführt. Daraus gehen Volutenpaare hervor, diese treffen sich an den Ecken bzw. in der Mitte einer jeden Ansichtsfläche. Die Abdeckplatte wird von den Eckvoluten getragen, deren Kante nach Innen geschwungen ist. (Das römische Kompositkapitell ist noch reicher verziert und hat größere Voluten.) Es gibt eine Geschichte zur Entstehung des korinthischen Kapitells: Eine jungfräuliche Korintherin erkrankte und starb. Ihre alte Amme sammelte vor Trauer und Schmerz in einem Korb die von der toten Jungfrau geliebten Spielsachen aus der Kindheit zusammen und stellte diesen auf die Grabstätte. Damit durch die Witterung diese nicht so schnell zerstört würden, deckte die fürsorgliche Amme den Korb mit einer Steinplatte ab. Wie es der Zufall wollte, stand der Korb aber direkt über einer Arkanthuspflanze, so dass deren Triebe an den Korbseiten emporwuchsen. Der Maler und Bildhauer Kallimachos aus dem 5. Jh. V. Chr. sah das, und es inspirierte ihn beim Gestalten des korinthischen Kapitells. Das Gebälk ist dreigeteilt in Epistyl, Relieffries und Zahnschnitt. Neben den rechteckigen Formen entstehen auch Rundtempel. Die Cella ist dabei zylindrisch und wird von einer regelmäßigen Säulenreihe umgeben. Manchmal wurde auch Kalkstein statt Marmor für den Bau verwendet, und dann wurde alles mit einer glättenden Stuckschicht überzogen. Der naturfarbene Stein wurde fast immer bemalt, wobei die Farben weiß, blau und rot vorherrschten. Der Säulenschaft ist überwiegend ohne Kanneluren und steht auf einer Basis. Früher war das Gebälk aus Holz, später aus Stein.

Ansicht und Fassandengliederung des Palazzo Rucellai in Florenz, erbaut von Alberti in Kompositordnung

Als Kompositordnung wird die Fassadengestaltung dreistöckiger Gebäude mit vorgeblendeten Säulen, Halbsäulen oder Pilastern bezeichnet. Alle drei Ordnungen werden aufgegriffen: im Erdgeschoss ist die Dorische, im ersten Stock die Ionische und im zweiten Stock die Korithische Ordnung. Die Kompositordnung wurde in der römischen Architektur entwickelt und in der italienischen Renaissance wieder aufgegriffen. Teilweise wird auch die korinthische Ordnung bei Verwendung des Kompostkapitells so genannt. [1]

[1] ebd.

 

 

 

Römische Baukunst

Die römische Architektur passte die Elemente der klassischen griechischen Architektur ihren eigenen Bedürfnissen an, die sich von den griechischen aber so unterschieden, dass ein eigener architektonischer Stil entstand. Beide Stile werden im Bereich der antiken Bauweise oft als Einheit gesehen. Diese Sichtweise kann manchmal sinnvoll sein, manchmal aber auch das Verständnis für römische Bauwerke beeinflussen, da sie an griechischen Standards gemessen werden.

Die römische Architektur unterschied sich erst spät von der griechischen, da sie während der gesamten Zeit der Republik beinahe eine exakte Kopie der griechischen war - abgesehen vom Bogen, Gewölben und den späteren Kuppeln. Die einzigen zwei bedeutsamen Entwicklungen waren die toskanische (römisch-dorische) und die Komposit- Säulenordnungen; erstere besteht aus einer kürzeren, vereinfachten Form der dorischen Säule, letztere ist eine hohe Säule mit den Blumenverzierung der korinthischen und den Blättern der ionischen Säulen.

Eine Neugestaltung kam im ersten Jahrhundert v. Chr. mit der Erfindung von Beton, einem stärkeren und reichlich vorhandenen Ersatz für Stein. Mit Kacheln bedeckter Beton ersetzte bald Marmor als wichtigstes Baumaterial. Die Römer wagten sich an Bauten mit großen Säulen, die weite Bögen und Kuppeln trugen, anstatt dichter Säulenreihen. Der mit dem Beton verbundenen architektonischen Freiheit sind auch die Kolonnaden zu verdanken, Reihen aus rein dekorativen Säulen vor tragenden Mauern. Bei kleineren Gebäuden erlaubte die Tragfähigkeit des Betons eine Befreiung von viereckigen Grundrissen, hin zu einer fließenderen Bauweise.[1]

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Architektur

 

 

Baustil der Renaissance

Prinzipiell kann man in der Architektur der Renaissance zwei Neigungen ausmachen. Die eine besteht darin, die Formen der Antike in voller Strenge wieder zu beleben. In Italien war dieses Ziel mit der Hochrenaissance durch Donato Bramante gegen 1500 erreicht und setzte sich von da an in ganz Italien durch. Italienische Renaissancebauten wurden klar, überschaubar und harmonisch ausgewogen entworfen. Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Man übernahm Bauelemente wie Säulen, Pilaster, Kapitelle, Dreiecksgiebel etc. direkt aus der Antike. Daneben kommt es zu eigenen, von antiken Vorbildern abgeleiteten Entwicklungen, etwa der toskanischen Säule. Die einzelnen Bauglieder hatten unter sich und mit dem ganzen Gebäude in Übereinstimmung zu stehen. Man studiert die Architektur-Traktate des römischen Baumeisters Vitruv, um daraus Anhaltspunkte für idealschöne Proportionen zu gewinnen.

Die zweite Tendenz besteht darin, auch neue formensprachliche Elemente im Sinne der mittelalterlichen Baukunst in analoger Weise zu variieren, ohne eine streng gesetzmäßige Baukunst anzustreben. Entsprechend diesen beiden Tendenzen muss man auch unterschiedliche Stilkriterien ansetzen.

Toskanische Säule

Tendenz 1: antikische Renaissance

  • Akademisch korrekte Säulenordnungen nach dem Vorbild Vitruvs                          

  • Betonung der Horizontalen                                                                                          

  • Säulenschäfte nach dem Vorbild der Antike entweder kanneliert oder glatt

  • Arkaden statt Kolonnaden                                                                                          

  • Grundrisse und Fassaden mit Rücksicht auf Symmetrie und Regelmäßigkeit gestaltet.       

  • Der Architekt der Renaissance versteht sich als Künstler und gehört der gebildeten Oberschicht an.

Tendenz 2: Früh- bzw. nordische Renaissance

  • Die Nachahmung antiker Bauelemente wie Gesimse, Kapitelle geschieht nicht in voller Strenge, sondern gemäß der mittelalterlichen Baupraxis nur nachahmend-variierend.

  • Vertikale in der Tradition der Gotik nach wie vor stark betont

  • Soziologisch der Tradition mittelalterlicher Handwerksbetriebe verpflichtet

  • Die Baumeister waren in der Regel keine Intellektuellen wie in Italien.

  • Säulenschäfte werden oft noch zusätzlich mit Ornament überzogen.

  • Kolonnaden statt Arkaden

  • Oft asymmetrische Grundrisse und Fassaden

Auf der iberischen Halbinsel bilden beide Tendenzen ein Nebeneinander, das sich bis in die Barockzeit fortsetzt. Im germanischen Europa kam es teilweise zu einer Vermischung beider Tendenzen (z.B. Heidelberger Schloss, siehe links), jedoch blieb die analogische Form der Renaissance bis zum Schluss dominant.

[1]

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance#Architektur [entnommen 10.03.2005]

 

 

Die Rolle der Architektur in Florenz zur Zeit der Renaissance

"Die Ursprünge der modernen Baukunst und Dekoration, bei welchen wir dem innern Werte und den Architekten zu Gefallen etwas umständlicher verweilen wollen, heißen in der jetzigen Kunstsprache die Renaissance." [1]

Schon die betreffenden Künstler selbst glaubten an eine mögliche Wiedergeburt der ganzen antiken Architektur und meinten sich diesem Ziele zu nähern; in der Tat aber bekleideten sie nur die von ihnen selbst geschaffenen Kompositionen mit den antiken Detailformen. Die römischen Baureste gaben jedoch für die Lösung der damaligen Aufgaben zu wenige unbedingte Vorbilder. Für mehrstöckige Bauten z. B. war man fast einzig auf die römischen Theater und auf das damals noch vorhandene Septizonium Severi (am Fuß des Palatin) angewiesen, welches letztere denn allerdings einen bedeutenden Einfluss ausübte; für Prachtbekleidung von Mauern fand man nichts Besseres vor als die Triumphbogen. Von irgendeiner Unterscheidung der Epochen, in römisch-antike und griechisch-antike Architektur, war noch nicht die Rede; man nahm das Altertum als Ganzes zum Muster und berief sich auf das Späteste wie auf das Frühste.    

Es wird bisweilen bedauert, dass Brunelleschi und Alberti nicht auf die griechischen Tempel statt auf die Bauten von Rom stießen; allein man vergisst dabei, dass sie nicht eine neue Kompositionsweise im Großen, sondern nur eine neue Ausdrucksweise im Einzelnen von dem Altertum verlangten; die Hauptsache brachten sie selbst mit, und zu ihrem Zweck passten gewiss die biegsamen römischen Formen besser. [2]

[1] http://gutenberg.spiegel.de/burckhar/cicerone/cice105.htm [entnommen 11.03.2005]

[2] ebd.

 

Bedeutende Architekten
Außer den schon genannten Brunelleschi und Michelozzo sind insbesondere zu nennen:

LEONE BATTISTA ALBERTI (1407-1472) ist Baumeister, Dichter, Musiker, Maler und Kunstschriftsteller (u.a. Schriften zur Proportionslehre und zur Perspektive). Sein Palazzo Rucellai in Florenz (um 1460) ist ein einfach gegliedertes Bank- und Handelshaus. Klobiges Quadermauerwerk (die sog. Rustika) ist zwischen Pilaster und Gesims geschichtet. Die dorischen, ionischen und korinthischen Kapitelle folgen der spätrömischen Schaufassade.

DONATO BRAMANTE (1444-1514) entwirft den später mehrmals abgeänderten Grundriß für den Neubau des Petersdoms in Rom (1506) und schafft in der Kirche Santa Maria della Consolazione in Todi (begonnen 1508) einen Zentralbau auf kleeblattförmigem Grundriß. Dem kuppelüberwölbten Kubus sind an allen vier Seiten Apsiden angefügt.

ANDREA PALLADIO (1508-1580). Seine Bauten finden sich in Venedig, Vicenza und Umgebung und an der Brenta. Palladios Baukunst, die auf dem Studium des altrömischen Baumeisters Vitruv und der Vermessung antiker Bauten beruht, beeinflußt maßgeblich die Architektur der folgenden Jahrhunderte, insbesondere in England und den USA.

Florian Wegener