Laute

Beschreibung: Zu sehen ist eine umgekehrte Laute, deren Korpus birnenförmig und aus mehreren Spänen bzw. Rippen zusammengesetzt ist. Am Sattel der Laute ist der Hals nahezu rechtwinklig abgeknickt. Die Besaitung ist nicht zu sehen, da die Laute auf den Saiten liegt. Dabei ragt ihr unteres Ende über die Kante des Tisches, auf dem sie liegt, heraus, und das helle Holz, das das einfallende Licht reflektiert, zieht das Auge des Betrachters an.

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Ursprünglich ist die Laute ein Instrument, das in verschiedenen Formen im vorderasiatischen und arabischen Raum spätestens seit dem 9. Jh. verbreitet war (andere Formen der Laute sind bereits für das 17. Jh. v.Chr. in Babylon und für das 15. Jh. v.Chr. für Ägypten nachgewiesen). Nach Europa kam die Laute auf zwei Wegen, einerseits im Zuge der Eroberung Spaniens durch die Mauren im 8. Jh., andererseits durch die Kreuzfahrer, die sie bei ihrer Rückkehr aus dem Heiligen Land (1. Kreuzzug 1099) mitbringen. Wegen ihrer Tragbarkeit und damit Transportierbarkeit findet sie schnell Verbreitung, wozu die Verfeinerung der europäischen Kultur des Hochmittelalters beiträgt. Musikalische Darbietungen werden im Mittelalter überwiegend durch fahrende Musikanten und Sänger aufgeführt und finden in erster Linie an den zahlreichen adligen Höfen statt, weil nur von dort die zum Lebensunterhalt notwendige Bezahlung zu erlangen war. So dient die Laute als Ensembleinstrument, wenn z.B. bei Festen zum Tanz aufgespielt wurde, wie auch als Begleitinstrument beim Gesangsvortrag fahrender Sänger (Bsp. Minnesang). Sie findet auch Eingang in die Volksmusik, vermutlich über die im Hochmittelalter in großer Zahl entstehenden Städte und die dieser Erscheinung zugrunde liegende Ausdehnung der Handelswege.

Die Tragbarkeit der Laute und die vielfältigen musikalischen Möglichkeiten, die sie durch ihre Besaitung mit bis zu zehn Chören (Doppelsaiten) bot, machten die Laute seit der Renaissance und der in ihrem Gefolge eintretenden zunehmenden Verweltlichung zum bedeutendsten aller Instrumente. Ihre Bedeutung nimmt erst mit der Etablierung der höfischen Kultur des Absolutismus ab, als die Konzentration des Adels und der zu seiner Unterhaltung gebotenen Vergnügungen an den Herrscherhöfen es unnötig macht, ein Instrument transportieren zu müssen. Sie wird daher von ortsgebundenen Instrumenten wie dem Cembalo verdrängt.

Deutung: Als „Königin der Instrumente" symbolisiert die Laute in diesem Bild die Musik. Allerdings kann diese Laute keine Töne von sich geben, da sie auf den Saiten liegt und nur der Klangkörper sichtbar ist. Damit hat die Laute sozusagen „ausgespielt", d.h. ihre Töne sind verklungen und verschwunden. Gezeigt wird auf diese Weise die Vergänglichkeit der Musikkunst, die nichts Bleibendes erzeugt. Die Laute ist damit als Zeichen der vanitas aufzufassen und dient als Erinnerung daran, dass die Werke des Menschen und damit auch die Freude, die der Mensch im Leben durch sie gewinnen kann, nicht von Dauer, sondern sterblich sind. Es handelt sich damit um ein Symbol des memento mori.