Laterne
Beschreibung: Vor der getäfelten Wand des Hintergrundes, links der geschlossenen Seite des Wandschranks, hängt eine Holzlaterne an roten Seilen. Soweit erkennbar, befindet sich in dem Holzgestell ein gläserner Kerzenhalter. Es brennt kein Licht, sondern dieses ist offensichtlich bereits erloschen.
Kultureller Zusammenhang: Die einzigen künstlichen Lichtquellen waren bis ins 18. Jahrhundert hinein Öllampen, die bereits vor mehr als 10 000 Jahren bekannt waren und seit der römischen Antike massenweise hergestellt und benutzt wurden, sowie Kerzen. Bereits im frühen Mittelalter wurden Kerzen in Laternen üblich. Meist handelte es sich um hölzerne Gestelle, zunehmend auch um Gestelle aus Metall. Ursprünglich wurde der Windschutz durch dünne Platten aus Horn geschaffen; im Laufe der Zeit kam dann auch Glas zum Einsatz. Die Hängelaterne für Wohnräume entstand, sobald zusätzlich eine Sicherung für die Standfestigkeit der Kerze zugefügt wurde, meist in der Form, dass die Kerze in ein gläsernes Behältnis eingesetzt wurde, was den Windschutz durch separate Gläser unnötig machte. Diese Form der Beleuchtung wurde erst im 18. Jahrhundert durch Gaslampen ersetzt, nachdem 1684 die Entdeckung gemacht wurde, dass sich aus der Steinkohle ein brennbares Gas gewinnen ließ. Dennoch dauerte es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, bis sich brauchbare Gaslampen herstellen ließen, die sich dann allerdings schnell durchsetzten und sowohl zum Einsatz in privaten Haushalten als auch als Straßenlampen führten (1814 Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung in London). Der Mangel an künstlichem Licht bestimmte das Leben der Menschen grundlegend. Viele Berufe konnten nur bei natürlichem Tageslicht ausgeführt werden, so dass die unterschiedliche Tagesdauer im Laufe der Jahreszeiten auch die Produktivität der Menschen bestimmte. Bei Menschen, die in dem relativ schwachen Licht von Öllampen und Kerzen Tätigkeiten ausführten, trat in relativ jungem Alter durch die Überbeanspruchung der Augen eine Schwächung der Sehkraft ein, die ihre Arbeitsfähigkeit einschränkte oder ganz aufhob. Diese Menschen waren entweder auf die Hilfe ihrer Familie oder auf die Mildtätigkeit der Reichen angewiesen, ein Umstand, der seit dem Mittelalter häufig in Quellen aller Art genannt wird.
Deutung: Die verloschene Kerze in der Laterne kann klar als memento mori-Symbol gedeutet werden. Kerzen haben eine begrenzte Brenndauer und erlöschen dann von selbst. Damit sind sie eine natürliche Erinnerung an das Ende des Lebens, das Lebenslicht erlischt. Diese Deutung stimmt überein mit der Bedeutung des Feuers; erst Feuer ermöglicht überhaupt Leben, da es die nötige Wärme spendet, die zum Überleben erforderlich ist.