Flasche
Beschreibung: Auf einem Hocker im Vordergrund ist eine Enghalsflasche positioniert, die halb mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt ist. Sie scheint durch einen flachen Korken verschlossen zu sein, der sich hell von dem dunkelfarbigen, vermutlichen braunen, Glas abhebt.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Flaschen sind bereits in den frühen Hochkulturen gebräuchlich. Sie wurden meist aus Ton hergestellt und mit Wachs verschlossen. Funde stammen in der Regel aus Königs- und Fürstengräbern, weil man den Toten Getränke mit auf den Weg ins Jenseits gab. Auch im Mittelalter werden überwiegend Tonflaschen verwendet, da die Glasbläserei Einzelstücke produzierte, die entsprechend teuer waren und die sich daher nur sehr Wohlhabende leisten konnten. Sie bewahrten dann auch nur sehr kostbare Flüssigkeiten (Öle, Parfüms, Essenzen) in Flaschen auf. Erst im späten Mittelalter wird die Technik der Glasbläserei verbessert, so dass eine größere Anzahl von Flaschen produziert werden konnte. Mit der besseren und billigeren Verfügbarkeit setzte dann auch die Aufbewahrung von Flüssigkeiten in Flaschen ein. Den endgültigen Durchbruch der Flasche als Alltagsgut gibt es erst zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jh.
Deutung: Angesichts der Tatsache, dass um die Mitte des 17. Jhs. Glasflaschen immer noch eher kostbare Raritäten waren, ist die Flasche als Symbol für Wohlstand zu sehen. Ihr Material repräsentiert aber auch die Zerbrechlichkeit, also die Vergänglichkeit des Wohlstands, der durch eine kleine Unachtsamkeit bereits zerstört werden kann. Die hier dargestellte Flasche ist nicht mehr voll, d.h. auch hier wird auf das kommende Ende, die Vergänglichkeit sinnlicher Freuden, hingewiesen. Damit stellt die Flasche ein vanitas-Symbol dar.