Tisch mit Stühlen und Bank
Beschreibung:  Unter den Portraits und der Wanduhr steht ein Esstisch mit Sitzgelegenheiten. Die Bank, die an der linken Wand steht, ist für drei Personen ausgelegt. Auf ihr liegen drei mit Blumenmustern bestickte Kissen. Die Rückenlehne hat ein wellenförmiges Aussehen. Dabei ist der Hochpunkt der schwungförmigen Lehne mittig und liegt senkrecht unter der Spitze des Uhrensockels. Die geschwungene Form findet man ebenfalls in den Lehnen der vier Stühle wieder. Alle Sitzgelegenheiten haben die gleichen hellen Samtbezüge. Diese haben ein gestreiftes Muster, welches sich durch einen dezenten Farbunterschied abhebt. Die Stuhl- und Tischbeine wurden durch Drechselarbeiten verziert, sodass sie eine leichte Wölbung haben. Der Tisch wird von einem breiten Tischläufer bedeckt. Dieser hat ein orientalisches Muster. Dabei kann man erkennen, dass der Untergrund dunkel erscheint, während die Muster in hellen Farbtönen gestaltet sind. Das Muster ähnelt dem des Teppichs. Bei den Holzrahmen der Sitzgelegenheiten und für den Tisch wurde erneut massives Holz verwendet, dennoch ist es augenscheinlich nicht dieselbe Holzart wie bei der Uhr.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund: Kennzeichnend für Möbel der Gründerzeit sind kantige Grundformen mit aufwendigen Ausschmückungen, wobei die Stilelemente vorwiegend der Renaissance entnommen sind. Als typische Gründerzeit -Stilelemente gelten Profilierungen, bekrönende Aufsätze, gedrechselte Beine und profilierte Kugelfüße. . Gründerzeit-Tische können in vielfacher Form verwendet und auch für spezielle Situationen eingesetzt werden. Ein Gründerzeit-Tisch kann sowohl als Esstisch, Kaffee- oder Salontisch oder natürlich auch Spieltisch verwendet werden. Samtbezüge, Polster und Kissen sollen die Möbel edler erscheinen lassen und so das Erscheinungsbild von Wohlstand im Raum vervollständigen.

Die Gründerzeit-Wohnkultur behält bis in das 20. Jahrhundert hinein ihre Popularität, obwohl der Gründerzeit-Stil um und nach 1890 mit anderen Neostilen konkurrierte.

Deutung: Der Tisch und die Sitzgelegenheiten stehen für die Gastfreundschaft der von Bodes. Gäste können empfangen werden und sich gleichzeitig wie zuhause fühlen. Durch die Polster und Samtbezüge soll auf der einen Seite Gemütlichkeit dargestellt werden, auf der anderen Seite soll jedoch auch betont werden, dass die Hausherren nicht geizen und bereit sind, Andere komfortabel zu beherbergen.

Die geschwungenen Formen und die weitere Bearbeitung des Holzgestells sollen sich von der Einfachheit abgrenzen, da es zur Gründerzeit das Ziel des Bürgertums war, sich von einem einfachen Leben zu distanzieren und sich an oberen Schichten zu orientieren.