Teppich
Beschreibung: Der Teppich bedeckt den größten Teil des Bodens und gleicht dem Muster des Tischläufers. In der Mitte des Teppichs befinden sich  größere Ornamente, die durch zwei Randstreifen umrandet werden. In dem Zwischenraum der beiden Streifen sieht man weitere, kleinere Musterungen.
Kulturgeschichtlicher Hintergrund: Durch den Handel mit dem Orient begannen Teppiche in Europa bekannt zu werden. Mit ihnen verbindet man daher sowohl Fremdes und Exotisches als auch Geheimnisvolles. Kreuzfahrer brachten den Orient-Teppich nach Europa und spätestens mit dem Islam gelangte der Knüpfteppich nach Spanien. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert symbolisierten Orient-Teppiche in Gemälden den Machtstatus von Königen, Fürsten und Heiligen. Sie wurden auch zur Veranschaulichung der Weltoffenheit der Großkaufleute und ihrer Orientbeziehungen verwendet oder um in Häusern und Schlössern Wohlstand auszudrücken. Mit der Verbesserung der Handelswege verbreitete sich der Teppich im 19. Jh. in Europa. Er wurde zum Sammlerstück und durch maschinelle Herstellung im 20. Jh. zum alltäglichen, für jedermann erstrebenswerten Einrichtungsgegenstand, der Wärme, Behaglichkeit, jedoch auch einen gewissen Wohlstand repräsentieren soll. Dennoch war der Teppich ein Ausdruck von höherem Gesellschaftsstatus, da die Angehörigen der guten Gesellschaft besonderen Wert darauf legten, ihre Wohnungen durch orientalische Elemente zu repräsentieren. Diese Elemente ergänzten den Stilpluralismus, den man in vielen Haushalten des 20. Jahrhunderts finden konnte.
Deutung: Ebenso wie die Palme wird durch den Teppich die Flucht in die Exotik dargestellt. Gleichzeitig kann der Teppich aber auch für die Weltoffenheit stehen. Von Bodes waren bereit, sich auf andere, fremde Kultureinflüsse einzulassen.