Portraits an der linken Zimmerwand
Beschreibung: Die beiden Pastellportraits an der linken Zimmerwand im Salon des Wilhelm von Bode zeigen ihn und seine Tochter. Die Jugendliche trägt ihre Haare locker zu einem Zopf gebunden, der ihr über der Schulter liegt. Sie trägt ein weißes Kleid mit schwarzen Ärmeln. Sie sitzt seitlich zum Betrachter und schaut in die Ferne (Profil). In ihrer linken Hand hält sie einen Gegenstand, der nicht genau erkennbar ist. Sie ist in einer sitzenden Position dargestellt, sodass man sie bis zu den Knien sehen kann (Kniestück).
Wilhelm von Bode sitzt dem Betrachter zugewandt, schaut jedoch seitlich an ihm vorbei (Halbprofil). Man kann ihn bis zur Brust erkennen  Er trägt einen Anzug mit einem weißen Hemdkragen und einer Krawatte. Die Bilder befinden sich in breiten, vermutlich vergoldeten Rahmen.
Kultureller Hintergrund: Das Portrait von  Dr. Wilhelm Bode wurde im Jahre 1904 von Max Liebermann gemalt. Dabei handelt es sich um eine Pastellzeichnung, die mit Öl auf eine Leinwand aufgetragen wurde. Die Maße betragen 110cm x 90 cm. Da keine weiteren Angaben zu dem Portrait der Tochter vorhanden sind, können wir nur vermuten, dass es sich ebenfalls um ein Ölgemälde mit den gleichen Maßen handelt.
Allgemein haben Portraits unterschiedliche Funktionen. Im Wesentlichen geht es um die Erinnerung an einen Menschen, dem der Portraitbesitzer eine besondere Rolle oder Wichtigkeit zu spricht.

Im 17. Jahrhundert gewann die Portraitmalerei an großer Bedeutung. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Portraitbildnerei auch durch Fotografie ergänzt.
Deutung: Die Portraits stehen für die Selbstdarstellung des Hausherrn von Bode und seiner Tochter. Der große Stolz über das eigene Kind wird durch das Portrait ausgedrückt, da Personen, denen ein eigenes Gemälde gewidmet wird, eine besondere Bedeutung zugesprochen wird. Das Portrait von von Bode selbst drückt sein Repräsentationsbedürfnis aus. Er ist immer anwesend, auch wenn er körperlich nicht im Raum ist.  Die vergoldeten Rahmen sind ein Ausdruck von Wohlstand und sollen gleichzeitig die Wichtigkeit der Portraits verdeutlichen.