Kronleuchter
Beschreibung: Der Kronleuchter hängt in der Mitte des Zimmers. Aus der Perspektive des Betrachters erscheint es so, als wären zwölf Kerzen am Kronleuchter befestigt. Die langen, hellen Kerzen stehen senkrecht, in unterschiedlichen Höhen in ihrer Befestigung.  Der Kranz des Leuchters ist mit vielen Blätterranken, die sich schwungvoll umeinander winden, verziert. Auch die Halterung des Leuchters an der Decke ist von einer Ranke umschnürt.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Das erste Licht, das die Menschen benutzten, war das offene Feuer. Es diente zum Kochen, Leuchten und Wärmen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte man Wachslichter und Öllampen.
Der älteste mehrarmige Kerzenleuchter stammt von 500 v. Chr. Doch diese Luxusgüter waren noch für viele Jahrhunderte ausschließlich der oberen Bevölkerungsschicht vorbehalten.
Die ersten Kronleuchter erhellten Kirchen und Paläste mit Kerzenschein. Dann wurden die Kerzen langsam durch Petroleum ersetzt. Erst später, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, fing man an, die Leuchter zu elektrifizieren. Ab dem Jahre 1878 konnte man Räume durch künstliches Licht, per Kohlefaden und Schalter, erhellen.
Deutung: Der Bezug zur Vergangenheit, der den Menschen in der Gründerzeit wichtig war, lässt sich auch im Objekt des Kronleuchters wiederfinden. Kronleuchter konnte man früher in Herrenhäusern finden. Insofern spiegelt er das Selbstverständnis des Bürgertums der Jahrhundertwende als tragende Schicht des Staates und seiner Nähe zu den alten Eliten des Adels. Er war ein Symbol für Macht und Prunk. Dieses sollte auch im Salon widergespiegelt werden.