Die Rehe
Beschreibung: Auf der linken Seite des Hintergrundes sind zwei Rehe zu erkennen. Die Ricke und ihr Kitz bilden eine kleine Familie. Sie stehen in der Nähe der Familie auf einem Stück Rasen, auf den die Nachmittagssonne scheint. Zwei der Kinder nähern sich den Rehen, sie tragen Orangen in den Händen, da sie die Rehe mit diesen füttern wollen. Die Rehe beobachten die beiden Kinder sehr aufmerksam, jedoch scheinen sie keine Angst vor ihnen zu haben.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Im 19.Jahrhundert war es nicht selten, dass wilde Tiere gezähmt und in den öffentlichen Parks in den besseren Vierteln gehalten wurden. Bereit im 11. Jahrhundert wurden die sogenannten „Deer Parks“ populär, besonders der englische Landadel fand Gefallen daran, die wilden Tiere zu zähmen und auf Grünflächen ihrer Landsitze zu halten. Um einen solchen Park besitzen zu dürfen, war es erforderlich, eine Genehmigung der Königin einzuholen. Somit wurden die Deer Parks schnell zu einem Statussymbol, auch aufgrund der hohen Unterhaltskosten. Sie wurden als eine Exklusivität angesehen und verdeutlichten somit den Wohlstand des Besitzers. Manchmal wurden die Tiere jedoch auch als Jagdobjekte gehalten.
Deutung: An den gezähmten Rehen ist gut zu erkennen, wie der Mensch versucht, die Natur zu beherrschen und zu unterdrücken. Obwohl es einige Zeit benötigt, ein wildes Tier so zu zähmen, dass es seine Scheu vor dem Menschen verliert und sich in der Gesellschaft des Menschen wohl fühlt, ist es dem Mensch diese Zeit wert. Die Tiere werden als Objekte der Unterhaltung betrachtet, selbst die kleinen Kinder haben keine Scheu, sich ohne Schutz diesen (normalerweise) wilden Tieren zu nähern. Sie erwarten, dass die Tiere zahm sind und sie nicht angreifen werden. Dies zeigt die Naivität des Menschen, alles beherrschen zu können und die Natur nicht fürchten zu müssen.