Gesellschaftlicher Kontrast
Beschreibung: Am unteren Ende des Tisches im linken Teil des Bildes sieht man einen Bediensteten, der vor einem leeren Tablett kniet und seiner Arbeit nachgeht. Einer der Gäste streckt seine Füße aus und guckt ihm, sichtlich entspannt, zu. Den Bediensteten kann man an seiner Uniform und der Schürze erkennen. Der Gast ist viel feiner gekleidet, was man u.a. an den Schuhen, Strümpfen und Gewändern erkennen kann.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Zu den Zeiten des Absolutismus war die Ständegesellschaft völlig normal und zwischen den „Schichten“ herrschte Ungerechtigkeit. Außerdem äußerte sich nach dem Tod von Ludwig XIV. und der lockeren Regentschaft von Ludwig XV. eine immer größer werdende Unsittlichkeit und Dekadenz und die Ungerechtigkeit bzw. die Differenzen wurden bewusst verstärkt.
Deutung: Der Ausschnitt kann als Sinnbild für die Höherstellung der Adligen verstanden werden. Die Ungleichheit äußert sich durch die Positionierung und die Kleidung der Figuren. Der Bedienstete kniet und trägt die Uniform – der Adlige sitzt über ihm, schaut herab und trägt feine Gewänder. Man sieht einerseits die Arbeit, andererseits die „von Gott gegebene“ Höherstellung. Abgesehen davon zeigt das Zusehen des Adligen die fehlende Moral und Gleichgültigkeit. Er bietet keine Hilfe an, interagiert nicht, sondern scheint nur amüsiert zu sein.
Quellen: http://www.uni-giessen.de/romanistik/frank/nehr/18_jahrhundert_aufklaerung.pdf (Stand: 27.03.2012)