Austern

Beschreibung: Die Gemeinschaft am Tisch verzehrt eine große Menge an Austern. Auf einem silbernen Tablett werden einige serviert und auf dem Geschirr befinden sich ebenfalls Mengen. Nachdem die Männer die Austern ausgeschlürft haben, werfen sie die Schalen achtlos auf den Boden, was die viele Austernschalen auf dem Boden vermuten lassen.

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: In der Frühzeit wurden Austern in der Gezeitenzeit oder von Tauchern eingesammelt. Obwohl schon ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland gezielt Austern gezüchtet wurden, erfolgte eine Erweiterung der Technik der Austernkultivierung erst im antiken Rom. Nachdem man die Tiere aus dem Meer gefischt hatte, zog man sie in geeigneten Buchten auf. Auch im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden Bestände wilder Austern eingesammelt. In der Geschichte der Austern spielte Frankreich als bedeutendes Herkunftsland eine wichtige Rolle. Seit den 1720er Jahren wurde in der französischen Stadt Cancale Austernfischerei in großem Maße betrieben. Mit dem Schiff wurde die Ware dann von dort aus über die Seine nach Paris transportiert. Im 15. bis 16. Jahrhundert war die „Königin der Meere“ bei den Aristokraten und den Wohlhabenden sehr beliebt und es war, wie heute immer noch, ein Zeichen von Luxus, wenn man die Möglichkeit hatte, Austern zu speisen.

Austern waren mehr als Essen, sie galten als Aperitif und wurden in großen Mengen verzehrt. Bei gemeinsamen Mahlzeiten plante man gewöhnlich mit ca. 150 Austern pro Gast.1

Durch die zunehmende Überfischung waren die Austernbänke in Europa und Amerika aber davon bedroht, völlig vernichtet zu werden und daraus folgte das Ende des übermäßigen Austernkonsums.

In der Kunst waren Austern ein beliebtes Thema.

Deutung: Da auf dem Gemälde der schon fast exzessive Verzehr von Austern zu sehen ist, soll dies den Reichtum der dargestellten Personen verdeutlichen.

Austern stehen aber nicht nur für Luxus, sondern auch für Verschlossenheit. Auf Grund ihrer Schale kann man ihr Inneres schlecht ohne weiteres erreichen und das, was sich unter der Schale befindet, bleibt versteckt. Die Thematik der Verschlossenheit ist typisch für die Zeit des Rokoko. Diese Stilepoche der Kunst beschäftigt sich unter anderem mit dem Rückzug ins Private. Damit stehen die Austern für die neue Verschlossenheit der Menschen gegenüber der Öffentlichkeit.

Der Rokoko zeichnet sich aber auch durch erotische Themen in der Malerei aus. Austern können meist als Symbol für Erotik gedeutet werden. Liebe und alles, was dazu gehört, zählt zu dem privaten Lebensbereich eines Menschen und dies unterstützt wieder die These, dass die Menschen sich damals mehr in ihr Privatleben zurückgezogen haben.

Ebenfalls ist die Auster ein Symbol für die Frau bzw. für das weibliche Geschlecht. Dadurch wird verdeutlicht, dass zur Zeit des Rokoko viel auf den „Dienst der Liebe“2 ausgelegt war.

1 http://www.pleinemer.com/oyster.htm (Stand: 27.03.12)

2  http://antike-textilien.de/page1/page1.html (Stand: 27.03.12)

Quellen:

http://www.ostrea.org/oyster_history.html (Stand: 28.03.12)

http://arts-et-media.oboulo.com/dejeuner-huitres-j-f-troy-55335.html (Stand: 28.03.12)