Umhang
Beschreibung: Goethe trägt über seiner normalen Kleidung einen weiten, cremefarbenen Reiseumhang ohne Ärmel. Dieser ist über sein linkes Bein drapiert, sein rechtes Bein schaut bis zum Knie heraus, auf dem seine linke Hand liegt. Die rechte Hand schaut ebenfalls hervor. Der Umhang ist schlicht gehalten und ähnelt einer römischen Toga.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Die Toga durfte im alten Rom nur von römischen Staatsbürgern getragen werden. Es war ein Standessymbol und daher weit verbreitet. Sie bestand aus einem großen ovalen Stück Stoff, das nur auf bestimmte Weise angelegt werden durfte. Für die arbeitende Schicht war sie ein Festgewand, während die Reichen sie täglich trugen. Je höher der Stand des Bürgers war, desto heller war der Stoff der Toga.

Deutung: Durch die Ähnlichkeit mit der altrömischen Toga lässt Goethes Umhang ihn wie einen gehobenen Bürger Roms wirken. Seine „Toga“ ist besonders hell, was ihn als besonders gebildet auszeichnet und ihn deutlich hervorhebt. Der Umhang selbst wirkt beinahe wie aus Stein gehauen, als würde er das Wesen der um ihn herumliegenden Monumente aufnehmen. So wird der Effekt der Aufnahme von geschichtlichem Kulturgut durch Goethe verstärkt.

Der Mantel verdeckt Goethes Kleidung und damit gewissermaßen seine Identität. So wird einerseits verdeutlicht, dass er als Repräsentant des Weltbürgertums gilt, andererseits ist es eine Anspielung auf die Verheimlichung seiner Identität während der Italienreise.