Frisuren der Damen
Beschreibung: Die Damen, die zentriert positioniert sind, tragen beide eine für die Epoche des Rokoko typische Hochsteckfrisur. Die linke Frau trägt das Haar um den Kopf herum geflochten und am Haaransatz weiß gepudert. Die sitzende Frau trägt eine ähnliche Frisur, allerdings ist diese mit Haarschmuck verziert und weiß gepudert.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Im 18. Jahrhundert herrschten vorwiegend Hochfrisuren. Sie wurden mit Drahtgestellen befestigt und erreichten in manchen Fällen eine Höhe von 60 cm. Bevorzugt wurden Rund- und Querscheitel. Allerdings traten durch diese aufwendigen Frisuren oft Rücken- und Schlafprobleme auf, die das Leben der Zeitgenossen erschwerten. Die Hofdamen trugen allerdings eher einfache Frisuren, die weniger pompös waren.

Deutung:  Die Hochfrisur symbolisiert die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Hofdamen und andere niedriger Gestellte trugen eher schlicht hochgestecktes Haar. Im Gegensatz dazu trugen die Adligen pompöse, aufwendige Hochfrisuren, welche zeigten, dass diese nicht manuell arbeiten mussten. Auch auf dem vorliegenden Bild tragen die beiden Frauen geschmückte Frisuren, die jedoch keine Höhe von 60cm erreichen. Trotzdem lässt sich daraus schließen, dass die linke Frau auf dem vorliegenden Gemälde der Gruppe der Adligen angehört und zur damaligen Zeit großes Ansehen genoss. Die rechte Frau dagegen ist als Modistin nicht adelig und ist aber der Kundschaft angemessen frisiert.