Francois Boucher , The Milliner, 1746

Das Bild wurde von Michelle Balcer und Melanie Scheeren bearbeitet.

64 x 53cm, Hochformat, Öl auf Leinwand, Nationalmuseum Stockholm

Bildkomposition

Das Bild ist in zwei Ebenen aufgebaut, durch die der Eindruck von Raumtiefe erzeugt wird: Es besteht zum einen aus dem Vordergrund, in dem man zwei Personen erkennt, die sich als Adelige und als Modistin benennen lassen. Zum anderen besteht das Bild auch noch aus einem Hintergrund, in dem man das Mobiliar des Raumes sieht.

Die Personen sind zentriert positioniert und bilden so den Mittelpunkt des Gemäldes. Von dem Tisch, der sich links daneben befindet, ist durch die Gegenstände darauf nur ein Teil der Tischfläche zu erkennen. Die rechte Kante dieser Fläche ist leicht diagonal angeordnet, wodurch Tiefe im Raum erzeugt wird. Einen weiteren Beitrag zur Bildtiefe leisten die Schatten, die durch das einfallende Licht aus dem Fenster links entstehen. Sie geben den Körpern Form und betonen Rundungen und Kanten.

Das Licht fällt von oben links durch das Fenster nach unten rechts auf die Katze, die sich auf einem gepolsterten Stuhl befindet, und beleuchtet somit die im Zentrum sitzenden Damen, besonders die Adelige mit ihrer hellen Bekleidung. Durch diese Lichtführung befindet sich der Geldbeutel auf dem Boden im Schatten des Schränkchens, ebenso das Landschaftsgemälde im Hintergrund.

Auffallend ist, dass die Damen von dem Spiegel, dem Landschaftsbild, der Katze und den Kisten mit den Bändern, die sich vor der Modistin befinden, umkreist werden.

Die Farbgebung des Bildes ist der Epoche des Rokoko angepasst. Es finden sich bläuliche, grünliche, rosa und weiße Farben, die nicht knallig sind, und auf starke Hell-Dunkel-Kontraste wird verzichtet.

Gesamtdeutung

Da die adlige Dame im Bild ziemlich zentral positioniert ist, lässt sie sich trotz des Bildtitels als Hauptthema des Gemäldes ermitteln. Dies kann man anhand einiger auffälliger Bildelemente beweisen:

Die pompöse Kleidung ist das erste Indiz für den Reichtum. Diesen stellen ebenfalls der Geldbeutel und die gesamte Inneneinrichtung dar. Durch die offene Umgehensweise mit dem Hab und Gut wird der Wohlstand nach außen hin gezeigt und man fühlte sich sicher, wenn man „Gäste“, in diesem Fall die Modistin, in Reichweite des eigenen Vermögens brachte. Es ist eine Art der Selbstdarstellung, die wir in dem Gemälde von Francois Boucher zu Gesicht bekommen.

Der Adel stand zu jeder Zeit über den Bürgern und stellte die obere Schicht der Gesellschaft dar. Durch die Positionierung der Personen in „Die Modistin“ wird die Beziehung zwischen diesen Schichten deutlich. Denn die adlige Dame sitzt auf einem Stuhl, während sich die Modistin ihr „unterwirft“, da sie vor ihr auf dem Boden kniet.

Insofern ist das Gemälde Ausdruck des Reichtums und Wohlstands der zeitgenössischen Adels.

Quellen für diese Seiten:

http://de.wikipedia.org/

http://www.marie-herberger.de/mediawiki/index.php/St%C3%A4ndegesellschaft_um_1700_in_Frankreich

http://www.kunstwissen.de/fach/f-kuns/design/roko0.htm

http://www.altertuemliches.at/antiquitaeten/moebel-rokoko

http://www.kostuemgeschichten.de/infos-zur-kleidung-der-epoche/rokoko.html

Kindlers Malerei Lexikon im dtv, Band 2, München 1976