Fernrohr
Beschreibung: Das Fernrohr befindet sich im rechten hinteren Bildbereich, befestigt an einem Stativ und benutzt von einem Mann, der sich vorbeugt und interessiert hineinschaut. Es ragt aus dem Fenster in den Himmel hinein.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Das erste Fernrohr wurde erst Anfang des 17. Jahrhunderts von einem holländischen Brillenmacher namens Lippershey angefertigt. Galileo Galilei hörte von dieser Erfindung und baute sie verbessert nach. Auch das Galileische Fernrohr besteht aus zwei Linsen, wobei aber das Okular eine Zerstreuungslinse ist, wodurch das Bild aufrecht und seitenrichtig erscheint, nicht wie bei dem Keplerschen seitenverkehrt. Das Fernrohr war Utensilie zur Betrachtung des Himmels, also außeratmosphärischen Erscheinungen, und war dadurch bedeutsam für die Erkenntnis des neugewonnenen heliozentrischen Weltbildes, welches von Galileo Galilei und Kopernikus erschlossen wurde, jedoch erst im 18. Jahrhundert als gültig anerkannt wurde. Darüber hinaus deckt sich die Entstehungszeit des Bildes mit dem Erscheinen des Kometen, welcher später durch mathematische Berechnungen als ungefährlich bewertet werden konnte.
Deutung: Das Fernrohr dient als weiterer Gegenstand der Erkenntnis, es ermöglicht zudem Erkenntnis außerhalb irdischer Gebundenheit. Zu Zeiten der Aufklärung ermöglichte das Fernrohr das Distanzieren der Wissenschaft/Realität von den Vorgaben der Kirche/Religion. Der Wandel des Weltbildes ist dafür ein elementares Beispiel. Da durch mathematische Berechnungen die tatsächliche Flugbahn des Kometen berechnet werden konnte und damit jegliche Weltuntergangstheorien als falsch bewiesen werden konnten, steht das Fernrohr in dem Bild für die Wahrheit bzw. die wahren Begebenheiten der Realität. Möglicherweise auch für Eigenständigkeit und den Drang zur Selbsterkenntnis, die Menschen erkannten ihre eigenen Position in der Welt.