Zug
Beschreibung: Der Zug bildet den vertikalen Querschnitt des gesamten Bildes und verbindet so die beiden Ebenen. Es ist ein typischer Zug des viktorianischen Zeitalters, der viele Reisewagons hinter sich herzieht. Der Zug ist auf dem gesamten Bild sichtbar, doch nur die Waggons sind abgebildet und der Anfang des Zuges bleibt verborgen. Der Zug ist  aus Holz gebaut und jeder Waggon ist einzeln begehbar, worauf die offenen Waggontüren hinweisen. Außerdem besitzen die Waggons Fenster, denn schon einige Menschen sind durch diese in ihnen erkennbar. Auf dem Dach des Zuges wird das Gepäck der Reisenden transportiert.

Historischer Hintergrund: 1804 fuhr die erste Dampfmaschine, die 70 Personen über eine 15 km lange Strecke ziehen konnte.

Die weltweite Ausbreitung des Eisenbahnnetzes stieg im 19. Jahrhundert exponentiell an. 1860 waren es schon ca. 120.000 km Eisenbahnstrecken.

In England fuhr die Eisenbahn 1825 zum ersten Mal. Vor dieser Zeit waren die Menschen nur zu Reisen angetreten, wenn es dringend notwendig war, oder sie Geschäfte zu erledigen hatten. Eine Reise war zu dieser Zeit nämlich finanziell und zeitlich kaum kalkulierbar. Trotzdem war am Ende des 18. Jahrhunderts die gesamte Gesellschaft endgültig in Bewegung geraten, denn die Reisen waren mehr und mehr selbstverständlicher geworden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sich die Anzahl der Reiseausgaben im Vergleich zu denen des 18. Jahrhunderts verdreifacht. Der Fremdenverkehr nahm nun touristische Verhaltensweisen an. Personen aus allen Bevölkerungsschichten war es nun möglich eine Reise anzutreten, denn die Zugfahrt war finanziell machbar und bedurfte auch keiner aufwendigen Vorbereitung mehr. Großes Interesse hatte auch die englische Gesellschaft an den Reisen mit der Eisenbahn, denn bei so einer Reise konnten viele soziale Erfahrungen gewonnen werden. Die Erfahrungen in den Großstädten wollte sich keine Sozialgruppe entgehen lassen.1

Allerdings sind die Menschen aus den unterschiedlichen Schichten immer noch auf unterschiedliche Art und Weise gereist.

Deutung: Der Zug bildet den vertikalen Querschnitt zwischen den beiden Ebenen des Bildes.

Durch ihn wird die Verbindung zwischen dem symmetrischen und asymmetrischen Teil des Bildes geschaffen. Das Dach stellt dabei den symmetrischen Teil dar. Durch die Architektur wirkt es sehr statisch und unveränderbar. Es bildet den Gegensatz zu der bewegten Menge, die sich auf dem Bahnhofsgelände befindet. Der Zug knüpft zwischen diesen beiden Elementen eine Verbindung. Er stellt sowohl eine Maschine dar, die statisch gebaut wurde, als auch ein Verkehrsmittel, dass ständig in Bewegung ist Menschen unterschiedlichen Standes transportiert. Zudem ist der Zug nie über eine lange Zeit an ein und demselben Ort. Dies beschreibt auch die Mentalität der Menschen in diesem Zeitalter.

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Eisenbahn#Weltweite_Ausbreitung_ab_1850 [Stand 27.03.2012]