Mode

Die Menschen des viktorianischen Zeitalters drückten ihre Freiheitsbestrebungen nicht nur in ihrer Reisetätigkeit aus, sondern auch in ihrem Kleidungsstil. Durch die Mode lehnten sie sich in aller Öffentlichkeit gegen das Herkömmliche auf. Diese Verhaltensweise passte zu dem gesamten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. So trugen die Männer beispielsweise das Haar bewusst vernachlässigt. Die englische Gesellschaft wollte sich über alle Standesvorurteile hinwegsetzen. Das führte dazu, dass ein Edelmann äußerlich nicht mehr von einem Handelsmann zu unterscheiden war und die Hoftracht nur noch als Galatracht galt, sodass sie im alltäglichen Leben nicht mehr getragen wurde. Das Prinzip der Mode war die Vereinfachung. Die Kleidungsstücke wurden enger geschnitten, sodass sie sich dem Körper anpassten, jedoch nicht als unbequem galten.

Trotzdem waren ein exakter Schnitt, eine blütenweiße, kunstvolle gebundene Krawatte und eine luxuriöse Weste Kennzeichen des „Gentleman“.

An dem Schnitt der Kleidungsstücke war nun nicht mehr der Reichtum der Personen erkennbar. Viel mehr galt der als reich, der eine hohe Anzahl an Kleidungsstücken besaß. Diese Ansicht wurde durch den für diese Zeit höchst ungewöhnlichen „Wäschekult“ hervorgerufen. Die Gesellschaft Englands legte hohen Wert auf die Sauberkeit ihrer Kleidung, insbesondere der Wäsche.

Als Symbol für die Mode des viktorianischen Zeitalters wird heute immer noch der runde Bürgerhut mit dem Zopf gesehen. Er war damals ein Zeichen für die Vermischung der Natur und der Unnatur. Andere häufig getragene Kleidungsstücke der Männer waren zum Beispiel der runde schwarze Hut, die Stiefel, die Schnallenschuhe und der Stock. Ein Degen wurde nur noch bei festlichen Zeremonien mitgeführt.

Auch die Frauenmode vereinfacht. Die Damen der englischen Gesellschaft trugen nun engere Röcke und Ärmel und einen kleineren Ausschnitt. Trotzdem waren die Korsette auch in dieser Zeit unentbehrlich. Ein weiterer Wandel vollzog sich in den Frisuren, die von den Frauen getragen wurden. Es wurde nun Naturhaar getragen, das oft von Hauben-, Stroh-, und Filzhüten bedeckt wurde. Seide wurde nur noch ganz wenig verarbeitet, viel mehr bestand die Kleidung nun aus leichten, weißen Baumwollstoffen.

Modetechnisch wurden aus den Kindern auch keine Erwachsenen mehr gemacht, Die Vereinfachung der Mode wurde in allen Sozialen-, und Altersgruppen vollzogen.