Maria mit Jesuskind

Beschreibung:

Da sich über dem Kopf der Frau ein Heiligenschein befindet und sie ein Baby auf dem Arm hält, kann man sie als heilige Maria identifizieren. Sie trägt eine rote Jacke und einen blauen Rock. Da Jesus noch ein kleines Baby ist, kann man sagen, dass er gerade erst geboren ist. Die Mutter versucht von links nach rechts die Straße zu überqueren, doch sie steht ganz alleine mit dem Jesuskind im Arm umzingelt von Fahrzeugen: Links und rechts von ihr fahren Bus und Bahn und vor ihr ist die Kutsche, die gerade erst Andeutungen macht stehen zu bleiben.

Die Personen auf der Aussichtsplattform, die zu ihr hinunter schauen, machen keine Andeutungen ihr zu helfen und so läuft sie Gefahr, dass sie überfahren wird.

Ihre Körperhaltung verdeutlicht ihre Angst, die aus dieser Situation entsteht.

Kultureller Zusammenhang: In den 1920er Jahren gab es noch keine Verkehrsordnung. So nahmen Fahrer kaum Rücksicht auf Fußgänger, die die Straße überquerten.

Außerdem wurde zu der Zeit Religion stark kritisiert. Die Menschen fragten sich, ob sie zu sehr in ihrer Freiheit einschränkt werden.1

Deutung: Maria und Jesus stehen für den christlichen Glauben. Die Mutter und ihr Kind gehen in dem Trubel der Stadt unter und werden selbst zur Weihnachtszeit nicht beachtet. Es wird verdeutlicht, dass die Menschen nicht mehr an den eigentlichen Anlass von Weihnachten denken, da sie viel zu sehr von ihrer Umwelt abgelenkt werden. Sie kaufen lieber in teuren Boutiquen, besuchen das Kino oder lassen sich die Haare schneiden. Der Bezug zur Kirche, die hier auch kaum erkennbar im Hintergrund zu sehen ist, geht mehr und mehr verloren.

1 http://www.dober.de/religionskritik/relkrit2.html