Männer

Beschreibung: An der linken Seite des Tisches befinden sich zwei Männer.  Die linke Person trägt eine grau-braune Weste und dazu ein helles Tuch. Als Kopfbedeckung dient ihm ein schwarzer Hut und sein weißes Haar hängt zu einem Zopf gebunden am Rücken herunter. Sein Blick ist geradeaus gerichtet und in seiner linken Hand hält er einen Gehstock. Mit seiner rechten Hand umfasst er einen Löffel.

Der andere Mann steht an der hinteren linken Ecke des Tisches.

Dieser steht leicht über den Tisch gebeugt und reicht einer Frau einen Teller, den er in seiner rechten Hand hält. Mit seiner anderen Hand stützt er sich auf den Tisch. Seine Kleidung besteht aus einem dunklen Anzug mit rötlichem Innenfutter und einem hellen Tuch um seinen Hals. Als Kopfbedeckung dient ihm ein schwarzer Hut und seine Haare sind zu einem Zopf zusammen gebunden. 

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Die typische englische Männerkleidung bestand im 18. Jahrhundert aus einem runden Hut, einem Frack, einer kurzen Weste, und einer Kniehose. Diese Art von Kleidung entsprang der ländlichen Bevölkerung und wurde zunächst nur als Reitkleidung akzeptiert. Ein exakter Schnitt, die weiße kunstvoll gebundene Krawatte und die luxuriöse Weste, die Kennzeichen des Gentleman waren, gewannen im 18. Jahrhundert an Bedeutung.

Der exakte Schnitt der Bekleidung des Mannes setzte einen guten Schneider voraus, sodass sich ein solches Kleidungsstück nur die wohlhabende Bevölkerung leisten konnte. Die englische Weste wurde meist nicht wie der Anzug aus Wollstoffen sondern aus weißem Pikee hergestellt.

Zudem wurde die Krawatte zusammen mit einer solchen Weste zu einem Symbol für Eleganz. Wichtig war, dass die Kleidungsstücke immer sauber und in angemessenem Zustand getragen wurden. Zu den typischen Kopfbedeckungen zählte zudem ein runder Hut, unter dem immer noch der Zopf des Mannes hervor kam. 1

Deutung: Die Kleidung der beiden Männer zeigt, dass diese aus einer oberen Bevölkerungsschicht stammen. Im 18. Jahrhundert war der Mann für die Versorgung der Familie zuständig. Er musste für die nötigen finanziellen Möglichkeiten sorgen um die Voraussetzungen für ein gutes Leben seiner Frau und seiner Kinder zu schaffen. Verdeutlicht wird dies dadurch, dass der rechte Mann der hell gekleideten Frau den Teller reicht. Er sorgt sozusagen für ihr Wohl.
1 vgl. Erika Thiel, Geschichte des Kostüms. Die europäische Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart, 9. aktualisierte Aufl. Leipzig 2010