Mädchen
Beschreibung: Das Mädchen steht vor dem Holztisch. Sie trägt ein helles Kleid aus Baumwolle. Ihre Haare fallen offen über den Rücken herunter, um ihre Hüfte hat sie eine gelbe Schleife gebunden, man erkennt ihre roten Schuhe und in ihrer Hand hält sie einen Stock, an dem ein kleines Holzpferd befestigt ist. Mit der rechten Hand streichelt sie einem Hund über den Kopf. Ihr Blick ist nach unten gerichtet.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Im 18. Jahrhundert wurden schon die Kinder wie Erwachsene gekleidet. Allerdings wandelte sich der Kleidungsstil der Kinder von Reifröcken und Mieder zu einfachen Hängerkleidchen. 1
Deutung: Mädchen und Jungen wurden zu dieser Zeit ihrer späteren Rolle entsprechend erzogen. Von einem Mädchen wurde erwartet, dass sie im Erwachsenenalter ihrem Ehemann, der häufig von ihrem Vater zugeteilt wurde, eine gute Gattin werde. Erkennbar ist diese Parallele zu ihrer Mutter, welche dieselbe Rolle erfüllen muss, durch die ähnliche Kleidung und die helle Farbe. Ihr gesamtes Erscheinungsbild ähnelt dem einer erwachsenen Frau.
1 vgl. Erika Thiel, Geschichte des Kostüms. Die europäische Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart, 9. aktualisierte Aufl. Leipzig 2010