Junge
Beschreibung: Der Junge befindet sich an der linken Seite des Tisches. Er sitzt auf einer Bank und trägt einen schwarzen Anzug mit einem weißen Spitzenkragen und dazu einen schwarzen Hut, unter dem sein langes Haar zum Vorschein kommt. Seine Schuhe erscheinen dunkel und glänzend. In der Hand hält er seine Tasse und er füttert den Hund. Das Kind weist eine aufrechte Körperhaltung auf und richtet seinen Blick zu dem Tier.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Im 18. Jahrhundert trugen die Jungen erst seit 1770 bequeme Anzüge. Diese bestanden aus weiten Röhrenhosen und einer halsfreien Bluse. Zudem lässt sich sagen, dass Jungen bis zu Alter von ca. fünf Jahren ebenso wie Mädchen Kleider trugen, die das Wechseln einer Windel erleichterten und somit einen großen Nutzen aufwiesen. 1
Deutung: Der Junge ähnelt in seiner Erscheinung sehr dem Bild eines erwachsenen Mannes. Durch seine dunkle Kleidung und den Anzug ist ein deutlicher Bezug zu dem Mann links neben ihm zu erkennen. Somit wird seine Erziehung zu einem erfolgreichen Mann, ähnlich seinem Vater, gezeigt. Die Männer waren den Frauen im 18. Jahrhundert übergeordnet und für die Versorgung und den Unterhalt der Familie verantwortlich.
vgl. Erika Thiel, Geschichte des Kostüms. Die europäische Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart, 9. aktualisierte Aufl. Leipzig 2010