Unterhose
Beschreibung: Da das Kleid sehr kurz gehalten und nach oben gerutscht ist, kann man nicht nur Lola Lolas freien Beine sehen, sondern auch ihre weiße, auffällige Rüschenunterhose. Sie befindet sich am linken unteren Bildrand.
Kultureller Zusammenhang: Unterwäsche ist die Kleidung, die man eigentlich direkt auf der Haut trägt und mit weiteren Kleidungsstücken bedeckt. Für andere bleibt die Unterwäsche verborgen. Im 19. Jahrhundert war es sogar ungehörig, wenn die Unterwäsche sichtbar blieb. Als Zeichen der Reinheit war die Standardfarbe der Unterwäsche weiß. Früher wurde die Unterwäsche meist aus Leinen gefertigt, später waren auch andere Materialien wie Baumwolle, Seide, Kunstfasern und Mikrofasern sehr gefragt. Mit den „goldenen Zwanzigern“ änderte sich die Unterwäschenmode, weiß war nun nicht mehr die Standardfarbe, es wurden häufiger Pastelltöne getragen und die „Schlupfhose“, die nicht aufträgt, wurde entwickelt. Wer jetzt einen kleinen Einblick auf seine Unterwäsche gewährte, galt verführerisch und attraktiv. Dies ist bis heute so.
Deutung: Während früher die Kleidung immer bis zu den Knöcheln ging und somit fast die gesamte Haut bedeckte, wurden die Kleider im 20.Jahrhundert immer kürzer und bedeckten kaum noch die Knie, sodass die Möglichkeit bestand, einen Einblick unter den Rock der Frau zu bekommen. Außerdem war es sehr untypisch so viel Haut zu zeigen und sich in solch eine Position wie Lola Lola zu bringen, da man in dieser Position ihre Unterwäsche sieht. Diese Freizügigkeit und Intimität war zuvor nicht geduldet und gehörte nicht zum Bild der Frau. Lola Lola nutzt diese Möglichkeit der Freizügigkeit, der „Tabu-Zone“, als Verführungsmittel. Dies zeigt außerdem ihr Selbstbewusstsein, welches die Frauen in den Jahren zuvor für gewöhnlich nicht hatten, da sie dem Mann untergeordnet waren. Somit befreit sie sich von der Unterdrückung des Mannes und übernimmt die Kontrolle durch ihre Reize. Sie tauscht also das Rollenverhältnis der Geschlechter und übt Macht über die Männer aus