Statuen/Büsten
Beschreibung: Zu sehen sind zwei Porträtbüsten und eine Statue am linken Bildrand. Sie sind Reproduktionen von antiken Büsten und Statuen. Die Büsten stehen auf zwei sehr reich mit Stuck verzierten Sockeln. Die Büsten stellen jeweils Köpfe (Porträts/ evtl. bekannte Persönlichkeiten) dar. Sie Statue zeigt eine Frau, die kniet. Sie steht mit dem Kopf zur Wand und dem Rücken zum Betrachter des Bildes.

Zusammenhang: Classicus war ursprünglich eine soziale Kategorie, sie beschrieb die römischen Bürger der höchsten Steuerklasse. Später wurde der Begriff erweitert. Das Klassische spiegelte nun das Vorbildliche und Mustergültige wieder, dessen Vorbild die griechisch- römische Antike war. Daher wurden Form und Inhalt der Kultur bevorzugt in der Klassik übernommen. Statuen waren ein bevorzugtes Mittel für Kunstdarstellungen, weil sie (finanzielle) Macht symbolisierten. Des weiteren dienten sie als Denkmäler um historischer Ereignisse bzw. besonderer Leistungen einer Person zu gedenken. Solche Personen wurden teilweise sowohl vor als auch nach der Verewigung in einer Statue verehrt. Es kann sich aber auch um Sinnbilder von Göttern handeln, die dann aus religiösen Gründen verehrt wurden. Damit dienten sie auch als Führungsfiguren für einige historische Kulte. Noch heute gibt es die Darstellungen von Statuen bzw. Skulpturen zur symbolhaften Repräsentation einer Person, um vorteilhafte Eigenschaften zu betonen bzw. um das Ansehen zu steigern.

Beispielsweise wurden zu Ehren bedeutender Persönlichkeiten (Kaiser) Statuen errichtet, wie im Fall von Kaiser Wilhelm I.

Deutung: Statuen wurden in der Antike häufig zu politischen Zielsetzung verwendet bzw. um ein bestimmtes politisches Bewusstsein, verbunden mit bestimmten Wertvorstellungen, zu erzeugen. Also dienten die steinernen Abbilder als Vorbild und Repräsentation von Macht und gesellschaftskonstituierenden Werten. Dazu wurden viele Statuen auf Podesten oder Sockeln errichtet, so musste der Betrachter „hochschauen" bzw. „aufblicken". Dieses Erhabene, aber auch die Schönheit der Statuen wurden daher häufig als Gegenstand der Kunst verwendet. Diese Wirkung lässt sich auf die Zeit der Klassik übertragen.

Statuen kosteten viel Geld, woraus sich schließen lässt, dass die abgebildete Familie finanziell wohlhabend war, da nicht nur eine Statue, sondern auch zwei Büsten im Wohnzimmer stehen.

Das Bild ist in die Epoche der Klassik einzuordnen, dementsprechend sind „klassische" Elemente (Statuen/Büsten als antike Reproduktionen) vorhanden. Die Statuen spielen eindeutig eine dekorative Rolle, da ihnen zu dem Zeitpunkt des Bildes nur das junge Mädchen aktiv Aufmerksamkeit schenkt. Zudem diente die Kunst der Griechen als zeitloses Schönheitsideal und somit auch als Zeichen für einen guten Kunstgeschmack.