Paar im Hintergrund

Beschreibung: Im Hintergrund auf der linken Bildseite steht ein Paar, das in ein Gespräch vertieft ist. Die Frau ist ihrem Gegenüber entspannt zugewandt und schaut ihm in die Augen. Im Gegensatz zu den anderen Frauen trägt sie langärmlige Kleidung. Dabei sind die Ärmel in weiß gehalten, während das Kleid blau ist. Mit den Händen hebt sie ihren Rock leicht an. Ihre Frisur entspricht der der anderen Frauen im Bild.

Der Mann ist an den Schrank, der hinter ihm steht, gelehnt und somit der Frau zugewandt. Seine Arme sind verschränkt und seine Körperhaltung ist entspannt. Er trägt dunkle Kleidung. Sein brauner Frack reicht ihm bis zu den Knien. Seine Frisur gleicht ebenfalls der der anderen Männer.

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Die Frauenfrisuren in der Klassik waren von antiken griechischen Frisuren inspiriert (neoklassizistischer Stil). Dabei verwendete man häufig Locken, die von den Seiten herabfielen. Der Rest des Haares wurde mithilfe eines Knotens am Hinterkopf gehalten.

Häufig wurde das Haar mit Bändern und Diademen geschmückt. Dabei wurde das Gesamtbild schlicht gehalten. Hier lässt sich wieder das Vorbild der Antike erkennen.

Ab 1813 veränderten sich die Frisuren und zu dieser Zeit trugen die meisten Frauen Hüte an öffentlichen Orten.

Die Männerfrisuren waren individuell, meistens ungekämmt, trocken und ohne künstliche Mittel. Sie befreiten sich aus den Fängen der Uniformität und ließen keine Zugehörigkeit erkennen. Sie trugen eine Art Frisur des „freien Geistes" und ließen keine Bärte oder Schnurrbärte zu. Die Frisuren zeigten den Drang nach Freiheit und Individualität und verurteilten damit gleichzeitig die rationalen Erklärungen der Aufklärung.

Die Mode des Engländers George Bryan Brummel war Grundlage für die europäische Gesellschaft. Er legte das Tragen von Männeranzügen mit Revers und Krawatten fest.

Seine Kleidungsstil und sein Verhalten wurde von etlichen Menschen imitiert. Brummel favorisierte den Stil der Einfachheit und Schlichtheit mit Hilfe von unauffällig eleganten Farben, die gerade durch ihre Unauffälligkeit auffällig waren. Die Männer um 1800 trugen zu Abendgesellschaften und festlichen Anlässen (grundsätzlich nur am Abend, nach 18:00 Uhr) einen Frack. Im Gegensatz zum Smoking der als „kleiner Gesellschaftsanzug" bezeichnet wird, ist dieser der festlichste Herrenanzug, der als „König der Herrenkleidung" gilt. Üblicherweise ist er schwarz mit weißer Weste und weißer Fliege.

Deutung: Da der Frack ein festlicher Anzug ist, handelt es sich bei der Gesellschaft des Bildes um einen festlichen Anlass. Auch kann man daraus schließen, dass die Personen wohlhabend sind, da ein (maßgeschneiderter) Frack mit Sicherheit nicht günstig und für die einfache Bevölkerung nicht erschwinglich war. Auch die Frau trägt festliche Kleidung bzw. hat sich zurecht gemacht für diesen besonderen Anlass. Wichtig war ebenfalls die elegante Unauffälligkeit, weshalb die Fräcke der Männer in einem ähnlichen Braunton wie die verwendeten Grundtöne sind.