Männer auf der rechten Seite

Beschreibung: Auf der rechten Bildseite im Mittelgrund stehen zwei Männer und unterhalten sich. Von der rechten Person,die in der der Tür steht, ist nur der vordere Teil des Oberkörpers zu sehen. Der Mann ist lässig an den Türrahmen gelehnt und hört seinem Gesprächspartner aufmerksam zu.

Die linke Person stützt sich auf dem Klavier ab und trägt ebenfalls eine lässige Haltung zur Schau. Der Mann trägt einen pelzbesetzten Überrock und ist ordentlich gekleidet. Er hat kurze lockige Haare, die keine bestimmte Frisur erkennen lassen.

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Der Salon ist ein wichtiger Bestandteil der europäischen Kulturgeschichte. Dort wurden Gesprächsabende in Gesellschaft mehrerer Personen abgehalten. Es wurde über Literatur, Kunst, Musik und politische sowie wirtschaftliche Ereignisse diskutiert. Die geführten Gespräche nahmen Einfluss auf die kulturellen und gesellschaftlichen Einstellungen der bürgerlichen Bevölkerung. Solche Veranstaltungen dienten zum Meinungsaustausch. Die Gäste gingen untereinander höflich und gesittet um und förderten damit eine produktive Gesprächsatmosphäre.

Die Blütezeit der Salonkultur war um 1800. Die Salontreffen fanden nicht nur in öffentlichen Gebäuden statt, sondern auch in privaten Räumlichkeiten. Dort traf sich die bürgerliche Gesellschaft zu einem festlichen Anlass um literarisch-künstlerische und politisch-gesellschaftliche Themen zu besprechen (d.h. Musik, Kunst und Literatur spielten dabei eine wichtige Rolle), wobei Bildung und Politik eher der männlichen Gesellschaft vorbehalten blieb. Entscheidend für einen gelungenen Abend war ein freundschaftlicher, familiärer Umgang mit den Gästen.

Die Salonatmosphäre förderte gleichzeitig eine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Frauen standen nicht am Rande der Öffentlichkeit, sondern konnten sich frei entfalten. Damit war der Salon ebenfalls ein Ort der Freiheit und Individualität. Zudem wurde beim Erscheinen Wert auf gepflegte und festliche Kleidung gelegt.

Es trafen sich im Salon sogar auch Frauen und Männer aus verschiedenen Ständen, Rängen und Religionen. Ab 1848 neigte sich die Salonkultur aus politischen Gründen dem Ende zu.

Deutung: Das Berliner Wohnzimmer um 1815 ist also ein Ort der Zusammenkunft, des geistigen Austausches, der Freiheit im Denken und der freien Geselligkeit des Bürgertums. Dieses Treffen war eine alltägliche Aktivität des Bildungsbürgertums, die zum Austausch von Meinungen, Überzeugungen und Diskussionsthemen diente. Der Salon war ein Symbol für Gleichberechtigung von Frauen, Männern, Religionen und Kulturen.