Sonntagskleidung und Hauben/Hüte

Beschreibung

Auf dem Bett im linken Teil des Hintergrundes liegen ein Kleid sowie ein Hut. An den Haken hängen eine Weste, ein Zylinder und weitere Kleidungsstücke. Ein weiterer Hut findet sich auf der Lehne des Stuhles am rechten Bildrand. Dieser Hut ist durch Schleifen und Spitze besonders aufwendig gearbeitet.

Kultureller Zusammenhang

Die Sonntagskleidung unterscheidet sich von der Alltagskleidung insofern, dass sie für festliche Anlässe gedacht ist und aus qualitativ hochwertigerem Material besteht als die Alltagskleidung. Sie ist dazu gedacht den Träger stattlicher wirken zu lassen und soll auch Wohlstand und Ehrbarkeit präsentieren. Bei Männern bestand Sonntagskleidung zumeist aus Westen und Anzügen, bei Frauen waren es Kleider. Die Frau trug zusätzlich zum Kleid eine Haube oder einen Hut. Der Wohlstand einer Familie ließ sich  auch an der Verzierung der Kopfbedeckung ablesen. Je mehr Bändchen oder Spitze an der Haube oder dem Hut befestigt waren, desto teurer war sie und stellte damit den Reichtum zur Schau. Der Mann trug zu seinem Anzug einen Zylinder. Der Zylinder galt als Symbol des Bürgertums und wurde von den Bürgern voller Stolz getragen.

Deutung

Der Gegensatz der Sonntagskleidung zu der allgemeinen Unordnung im Raum zeigt ein verändertes Auftreten in der Öffentlichkeit. Während es im Raum nicht so scheint, als wäre die Familie mit Wohlstand gesegnet, präsentiert sie sich nach außen hin mit schicken Kleidern und Kopfbedeckungen. Die Kleidung könnte allerdings auch aus einer Zeit stammen, in der es der Familie finanziell besser ging als in der Bildgegenwart. Die Kleidung wäre dann ein Überrest und gleichzeitig eine Erinnerung an vergangene Tage. Das Tragen der Sonntagstracht bewirkt sicherlich auch eine Sehnsucht nach größerem Wohlstand und bürgerlicher Respektabilität. Man möchte wenigstens in der Öffentlichkeit als wohlhabender Mensch erscheinen.