Das Drama „Die Räuber“  1 2

Beschreibung: Friedrich Schiller hält in seiner linken Hand das Drama „Die Räuber“, das er selbst geschrieben hat. Jedoch richtet er seinen Blick nicht auf den Text, sondern nach oben.

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Friedrich Schillers Drama „Die Räuber“ wurde im Jahre 1782 in Mannheim uraufgeführt. Das während der Epoche des Sturm und Drang entstandene Schauspiel ist in fünf Akte gegliedert, welche jeweils in mehrere Szenen unterteilt sind. Es handelt von der Rivalität zweier Brüder, Karl und Franz von Moor. Der hässliche Franz ist der zweitgeborene Sohn und hat sich vernachlässigt und ungeliebt gefühlt, im Gegensatz zu seinem Bruder Karl, der sich zum Studium in Leipzig aufhält. Franz versucht durch Intrigen seinen Bruder auszuspielen, um an das Erbe seines Vaters, des Grafen Maximilian von Moor, heranzukommen.

Schillers Theaterstück „Die Räuber“ ist ein typisches Freiheitsdrama des Sturm und Drang. Deutlich wird der Versuch gegen die Aufklärung zu streben und revolutionär vorzugehen.

Sowohl formal, sprachlich als auch inhaltlich widersetzt sich Schiller der Norm der Aufklärung. Formale Aspekte, wie die drei Einheiten, ein einheitlicher Ort, eine kurze Zeitspanne und ein Handlungsstrang, in dem nur auf die Haupthandlung wert gelegt wird, hält Schiller nicht ein. Im Gegenteil, die Handlungsorte wechseln durch fast ganz Deutschland, die Handlung geschieht in wechselnden Zeitabständen und erstreckt sich bis 1,5 Jahre. Anstatt einem Handlungsstrang gibt es zwei Haupthandlungen, die sich abwechseln und erst zum Schluss zusammentreffen. Außerdem werden Nebenhandlungen ausführlicher erzählt und es gibt viele Personen aus allen Ständen.

Die Sprache ist wieder entgegen der Aufklärung maßlos, explosiv und wild. Schiller verwendet außerdem  Kraftausdrücke, Flüche und Schreie. Statt gehobener deutscher Sprache, bedient sich Schiller eines  schwäbischen Dialekts.

Inhaltlich gibt es einige Beispiele, die typisch für die Epoche des Sturm und Drang stehen. Als erstes Karls Suche nach Freiheit und die Auflehnung gegen den Vater. Auch wird das in der Aufklärung entstandene Vernunftdenken durch Leidenschaft, Gefühl und Mut ersetzt. Karls Reaktionen sind eher emotional als rational geprägt, zum Beispiel bei der Botschaft, dass er verstoßen sei. 

Obwohl am Ende Karl mit seinen Plänen scheitert, wollte Schiller im Sinne des Sturm und Drang eine Revolution bewirken. Die Hauptaussage des Stückes ist einerseits, dass Revolutionäre aufgrund der Macht der Fürsten keine Chance haben, etwas zu erreichen. Dadurch wird der Ausdruck Schillers Wünsche auf dem Papier deutlich (literarische Revolution).

Schillers Hauptfiguren müssen letztendlich erkennen, dass ihr Drang, die Welt zu verändern, im wirklichen Leben scheitern muss, und so erkennt man hier eindeutig die Kritik an der eigenen Epoche.

Mit dieser Einsicht, dass die Ziele des Sturm und Drang eben nicht durchzusetzen waren, wurde im Laufe der Zeit versucht, die Ideen so zu formulieren, dass man sie ins wahre Leben einbauen konnte. Im Laufe der nächsten Jahre hat es Schiller aufgegeben, sich mit allen Mitteln gegen die Aufklärung und damit die Einsetzung des Verstandes zu richten. Schließlich hat man das Gefühl des Sturm und Drang in Einklang mit der aufklärerischen Vernunft gebracht und so den Grundstein zur Klassik gesetzt.

Deutung: Die literarische Revolution, die Schiller durch sein Drama „Die Räuber“ anstrebt, soll somit auch die Aussage des Bildes deutlich machen. Auch die Art und Weise, wie Schiller sein Stück vorträgt, unterstützt diese Kritik an der Aufklärung. Selbstbewusst, der Blick nach oben gerichtet, fest stehend und die rechte Faust vor seine Brust haltend trägt Schiller sein Stück auswendig vor, während die linke Hand nur das Stück hält.
1 http://www.inhaltsangabe.de/schiller/die-raeuber/ (entnommen: 27.03.2012)  
2 http://www.inhaltsangabe.info/die-raeuber/zusammenfassung-inhaltsangabe-die-raeuber-friedrich-schiller(entnommen: 27.03.2012)