Fenster
Beschreibung: Am oberen Bildrand ist ein Ausschnitt eines großen Fensters mit Fensterkreuz zu sehen. Es befindet sich direkt über den Fensterläden und ermöglicht die Sicht auf den Schiffsmast und den Himmel.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund: Ursprünglich dienten Fenster als Lichtquelle oder um das Gebäude vor Witterung zu schützen, jedoch auch zur Belüftung oder zum Hinaus- bzw. Hineinschauen.

Früher waren Fenster ovale oder rechteckige Öffnungen in Wänden, die man nicht verschließen konnte. Um das Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen bespannte man sie mit Häuten, Pergament oder Leinenstoff. Aufgrund der hohen Kosten wurden Fensterverglasungen im Mittelalter zunächst nur an Kirchen benutzt. Seit dem Spätmittelalter wurden sie jedoch auch in öffentlichen Gebäuden, sowie in Wohnsitzen reicher Adeliger angebracht.1

Deutung: Das Fenster liefert freie Sicht auf den Himmel, der in der Theologie das ewige Leben symbolisiert. Mithilfe des Fensterkreuzes, das an Gott erinnert, wird diese Sichtweise verstärkt. Das Fenster bildet eine Schwelle zwischen begrenztem irdischen Leben und dem ewigen Leben, zwischen Begrenztheit und Offenheit. Der Kunsthistoriker Helmut Börsch-Supan deutet diesen Kontrast als „Enge der irdischen Welt, die ihr Licht nur durch das Fenster als Öffnung zum Überirdischen erhält.“2 Das Fenster liefert so gesehen einen Ausblick in ein vollkommenes Leben, nach dem Romantiker strebten. Der Mast des Schiffes steht durch das Fenster in Verbindung mit dem Himmel. Daraus kann gedeutet werden, dass die irdische Lebensfahrt im ewigen Leben endet. Friedrichs sah die Natur als Werk Gottes an. Da das Fensterkreuz am höchsten Punkt des Bildes ist, kann gedeutet werden, dass Gott über allem steht und in der Natur wirkte.

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Fenster

2 http://books.google.de/books?id=3cTZYY0Z2YQC&pg=PA250&dq=interpretation+die+frau+am+fenster#v=onepage&q=

interpretation%20die%20frau%20am%20fenster&f=false , S. 250/251