Kinder
Beschreibung: In dem Bild befinden sich vier Kinder. Dabei handelt es sich bei allen um Mädchen. Eines ist links im Mittelgrund und lehnt sich an das Bein des sitzenden Vaters an. Das Nächste befindet sich ebenfalls auf der linken Seite. Sie steht und klammert sich an dem gedeckten Tisch fest. Die älteste Tochter sitzt rechts neben dem Türrahmen auf einem Stuhl. Alle drei haben rosafarbene Kleider an, welche die gleiche Form besitzen wie das Kleid der Mutter. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie eine dunkelgrüne Schürze um die Taille gebunden haben und die Kleider etwas kürzer sind. Unter den Kleidern tragen sie weiße Strümpfe. Ihre Frisuren sind relativ ähnlich. Sie haben braune Haare und hochgesteckte Zöpfe. Das Baby, welches die Mutter im Arm trägt, streckt beide Arme aus und guckt in Richtung des Tisches. Es trägt ein hellblaues, kurzärmeliges Kleidchen und eine weiße Haube auf dem Kopf.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Der Kindersegen war im Biedermeier sehr groß, da die Sterberate durch mangelhafte hygienische Bedingungen und schlechte medizinische Versorgung relativ hoch war. Die Kinder wurden sehr gut erzogen, sie waren folgsam und lernbegierig. Durch diese Erziehung sollte sichergestellt werden, dass die Kinder den gegenwärtigen Wohlstand der Familie in der Zukunft mehren konnten und das Ansehen der Familie gesteigert wurde. Ihre Rolle als Mitträger familiärer Verantwortung und familiären Zusammenhalts spiegelt sich in der Kleidung: sie erscheinen als kleinere Version der Erwachsenen.
Deutung: Die vier Kinder im Bild stehen für den Kindersegen und das Glück in der Familie. Vor allem das Mädchen, welches sich an den Vater lehnt und das Baby in den Armen der Mutter drücken ein inniges Verhältnis aus. Die Familie ist durch Liebe und Solidarität geprägt. Dass die Kinder früh Mitverantwortung übernehmen müssen, erkennt man den Schürzen, die sie tragen, aber auch daran, dass die älteste Tochter sich konzentriert mit etwas beschäftigt. Hier wird deutlich, dass sinnvolle Beschäftigung ein Muß war, um Fleiß einzuüben und Zeitverschwendung zu vermeiden.