Frau
Beschreibung: Die Frau befindet sich im Zentrum des Mittelgrundes. Sie steht vor dem Türrahmen und hält ein kleines Kind auf ihrer rechten Seite. Sie steht schräg zur Raummitte und schaut in den Raum hinein. Sie trägt ein typisch biedermeierlich schlichtes orangefarbenes Kleid, welches ihre Taille an ihre natürliche Stellung rückt. Um ihre Taille hat sie eine dunkelblaue Schürze gebunden. Die Schulterlinie wurde mit Hilfe von Puffärmeln, die den ganzen Oberarm bedeckten, betont. Da es sich wahrscheinlich um ein Tageskleid handelt, ist es sehr hochgeschlossen. Der untere Teil des Kleides steht leicht glockenförmig ab und bedeckt die Schuhe. Die Frisur besteht aus dunklen Stocklocken, die bis zu den Schultern hin herabfallen.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: In der Zeit des Biedermeier war die Frau in den meisten Fällen Ehefrau, Hausfrau und Mutter. Sie ist die Herrin des Haushaltes, denn sie führt die Wirtschaft und verfügt meistens über Küchenmädchen, Hausmädchen und so weiter. Sie entscheidet über die täglichen Speisen und bestimmt über das Budget. Außerdem beaufsichtigt und bewacht sie Speisekammer  und Keller, Küche und Kinderzimmer. Ihre Aufgabe ist es, durch Sparsamkeit der Haushaltsführung den Wohlstand der Familie zu erhalten, jedoch auch angemessen nach außern zu repräsentieren. Nach innen ist sie Vorbild für die Kinder, die sie so erzieht, dass die Werte bürgerlicher Rechtschaffenheit von ihnen übernommen werden. Sie bringt ihnen die notwendigen Manieren einer guten Erziehung bei und sorgt für den Fortbestand der Familie.
Deutung: Die Frau, welche gleichzeitig Mutter von vier Kindern ist, steht vor allem für die Herrin des Haushaltes. Zu erkennen ist dies daran, dass sie, gegensätzlich zum Mann, steht und damit größer wirkt und eine Schürze trägt. Ebenso liegt die Erziehung der Kinder in ihrer Hand. Deutlich wird dies, da sie ein Baby im Arm hält. Das Kleid, welches sie trägt, ist zwar relativ schlicht, dennoch durch die Farbe auffällig. Es dient ebenfalls der Repräsentation der eigenen Person.