Frau
Beschreibung: Im rechten Drittel des Bildes ist eine Frau zu erkennen. Sie bückt sich nach einem Korb, indem sie Brot  für die Arbeiter hat. Außerdem schaut die Frau zum Beobachter des Bildes und trägt  genauso wie die Männer Arbeitskleidung. Gerade hat sie in ihrer rechten Hand eine Kaffeekanne. Auffällig an ihrem Aussehen ist, dass sie einen Kurzharrschnitt trägt.

Historischer Kontext: In der Industrialisierung war für eine Frau das Leben ohne Ehe kaum vorstellbar.  Wird eine Ehe geschieden, so behält der Mann seinen Status als Bürger, die Frau jedoch  wird von der Gesellschaft ausgeschlossen.                    

Im gebildeten Bürgertum sind die Frauen nicht so abhängig vom Mann. Sie können sich freier bewegen und besitzen einen individuellen Lebensentwurf. Frauen, die vom Land kommen, bieten sich oft als Kindermädchen beim gebildeten Bürgertum an. 

In Arbeiterfamilien muss die Frau zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Dies macht sie entweder durch Heimarbeit oder Fabrikarbeit.1

Deutung: Adolph Menzel zeigt mit dem Abbild der Frau, dass es nichts Ungewöhnliches ist, dass Frauen in der Fabrik arbeiten. Er unterscheidet jedoch zwischen der körperlichen Arbeit der Männer und der Arbeit der Frau. Die Frau verrichtet leichtere Arbeiten und verteilt Essen. Trotzdem gibt Menzel der Frau kein besonderes Aussehen, sondern ordnet sie auch äußerlich in den Arbeitsprozess ein. Die Frau steht also nicht außen vor, sondern ist ein wichtiger Bestandteil der Fabrik.
1 www.hs-merseburg.de/~woerndl/Lehre/FrauenrollenGeschichte.doc