Arbeiter
Beschreibung:  Im ganzen Bild sind viele Arbeiter zu sehen. Diese können in drei Gruppen eingeteilt werde. Im linken Bilddrittel sieht man Männer sich waschen, im mittleren arbeiten sie und rechts essen sie. Die Mimik der Männer in der Mitte zeigt,   dass sie eine schwere Arbeit verrichten Die Männer im rechten Drittel sind erschöpft und freuen sich über ihr Mahl. Im rechten Bildteil sticht vor allem ein Arbeiter hervor, welcher erschöpft und antriebslos zum Boden schaut.

Historischer Kontext:  Für viele Menschen bedeutete die Industrialisierung einen Wandel der Lebensbedingungen. Gerade die ländliche Bevölkerung musste sich familiär und  beruflich neu orientieren. Arbeitgeber strukturierten und planten den Arbeitsalltag ganz genau und duldeten keine Verstöße. Generell kann man sagen, dass die Arbeiter aus den alten Schichten des Handwerks und der ländlichen Bevölkerung und die Arbeitgeber aus dem Bürgertum entstanden.

Die Arbeiter litten unter einer desolaten Wohnsituation und den überlangen Arbeitstagen. Die hierdurch verursachte Armut führte dazu, dass es zu einem großen Anteil von Kinderarbeit kam. Des Weiteren waren die Arbeitsbedingungen in der Fabrik katastrophal. Es stank, war heiß und schmutzig. Doch dem Arbeiter blieb nichts anderes übrig als sich dem Unternehmer zu unterwerfen, da er sonst in die Arbeitslosigkeit und so in Armut rutschen würde.1

Deutung: Im linken und rechten Drittel des Bildes zeigt Menzel, dass die Arbeiter einen Großteil seiner Zeit in der Fabrik verbringen. Sie haben keine andere Wahl, als in der Fabrik zu essen und sich zu waschen, da sie zuhause oft auch ohne Wasser auskommen mussten. Außerdem ist die Struktur des Arbeitstages so eng und strikt, dass der Arbeiter nur kurze Zeit verweilen konnte. Der erschöpfte, essende Mann symbolisiert die körperliche Anstrengung der Arbeit. Man erkennt Unzufriedenheit in seinem Gesicht, aber er weiß auch, dass er nichts gegen die Umstände seiner Arbeit machen kann. Er muss sich also völlig dem Fabrikleben unterordnen. Die Männer im mittleren Drittel lassen erkennen, dass die Arbeit schweißtreibend und sehr schwer ist. Niemand kann eine Pause machen, sondern muss sich völlig auf seine Arbeit konzentrieren. Dies wird aber durch die Arbeitsbedingungen wie Hitze erschwert. Des weiteren gibt es keinen Schutz für die Arbeiter und das Verletzungsrisiko ist sehr hoch. Es wird oft zu Verbrennungen kommen. Menzel typisiert hier also einen charakteristischen Arbeitstag zur Zeit der Industrialisierung.

1 http://www.digada.de/industrialisierung/uebersichtindustrie.htm

http://ahs.neumuenster.de/fachschaft/deutsch/12/die-ratten-2010/12n/ratten-12n-2.pdf