Maschinen

Beschreibung: Im Hintergrund befinden sich zwei Maschinen. Die rechte besteht aus zwei großen Rädern am Boden, die durch unzählige Riemen mit mehreren kleinen Rädern, die sich an der Decke befinden, verbunden sind. Diese Merkmale lassen darauf schließen, dass es sich um eine Dampfmaschine handelt.
Im linken Teil des Hintergrundes ist ein Kessel zu erkennen. Er befindet sich auf einem hohen Fuß, wird durch eine angelehnte Holzleiter erreichbar gemacht und hat – vermutlich zur Regulierung – ein Rad auf Augenhöhe.
Auf der linken Seite im Vordergrund befindet sich die Maschine, an welcher sich der Unfall ereignet hat. Sie wurde bereits in ihre Einzelteile zerlegt und von drei Männern näher begutachtet. Das Aussehen der Maschine lässt auf eine Stanze oder gar Presse schließen.

Zur Zeit der Industrialisierung lag das Hauptaugenmerk auf der Produktion von Stahl. In dieser Fabrik sind jedoch keine Stahl produzierenden Prozeduren zu erkennen – das lässt darauf schließen, dass es sich um eine Stahl verarbeitende Firma handelt.

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Im Zuge der Industrialisierung wurden viele neue Maschinen entwickelt. Die bekannteste ist die Dampfmaschine, die im rechten Hintergrund zu sehen ist. Allgemein ist zu sagen, dass die Maschinen zwar den Arbeitsalltag und die Arbeitsvorgänge erleichtert haben, durch die technische Unausgereiftheit, wie zum Beispiel das Fehlen jeglicher Schutzvorrichtungen oder Sicherheitsabdeckungen, jedoch oftmals eine Gefahr für die Arbeiter darstellten. Sicherheitsmaßnahmen wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts ergriffen (s. Gewerbeaufsicht). Neben der hohen Unfallquote trugen die Maschinen auch zu allgemein unzulänglichen Arbeitsbedingungen bei: Sie arbeiteten oftmals mit immenser Lautstärke, zudem waren die Arbeiter der großen Hitze ausgesetzt, die bei vielen Arbeitsvorgängen in der Stahlindustrie vorhanden war. Auch die Luft in den Arbeiträumen war aufgrund von schlechten Belüftungs- und Entlüftungsmöglichkeiten staubig von den zahlreichen Arbeiten. Allgemein ist zu sagen, dass die Arbeiter einer durchweg gesundheitsschädlichen Situation ausgesetzt waren.
Deutung: Johann Bahr stellt deutlich die ungeschützten Maschinen dar. Im Falle der Dampfmaschine rasen Keilriemen ungeschützt durch den Raum, die Leiter, welche den Ofen erreichbar machen soll, ist lediglich angelehnt. Als Höhepunkt der Darstellung wählte der Künstler die den Unfall verursachende Maschine. Es ist nicht klar erkennbar, unter welchen Umständen es zu dem Unfall kam. Aber der Fakt, dass ein Unfall an eben dieser Maschine passierte, genügt als Aussage. Bahrs Intention war die Aufmerksamkeit auf diese verheerenden Missstände zu lenken. Mit dem Unfall stellt er ihre tägliche Konsequenz dar.