Fenster und Tür (Als Blick auf die Umgebung)
Beschreibung: Im Hintergrund des Bildes sind auf der linken Seite eine halb geöffnete Tür sowie auf der rechten Seite ein großes, mit Sprossen durchzogenes Fenster auszumachen. Durch diese kann man die Umgebung der Maschinenfabrik erkennen.
Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Industrielle Firmen siedelten sich von Beginn an Stadträndern an. Durch die vorhandene Infrastruktur der Stadt und die großen, unbebauten Flächen an ihren Rändern boten sich ideale Voraussetzungen für die Unternehmer.
Die Arbeiter selbst lebten häufig im Stadtinneren. Hier waren die Mietpreise am günstigsten und somit auch für die sehr armen Fabrikarbeiter bezahlbar.
Einige Unternehmer bauten in der direkten Umgebung ihrer Firmen Werksiedlungen, in denen sie besonders qualifizierten Mitarbeitern Wohnung anboten. So waren diese nah am Arbeitsplatz und verschwendeten weniger Zeit für den Weg zur Fabrik bzw. nach Hause. Diese Wohnungen jedoch waren an das Arbeitsverhältnis gebunden, das heißt, mit dem Verlust der Arbeit verlor der Mitarbeiter auch seine Wohnung.
Dies machte die Arbeiter stark von ihrem Arbeitgeber abhängig.
Deutung: Mit dem Blick auf die Umgebung stellt Bahr ein weiteres Mal die Macht des Arbeitsgebers dar. Die Wohnungen in den Werksiedlungen waren – wie bereits oben erwähnt – bedingungslos an den Arbeitsplatz gekoppelt. Verlor der Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz, so verlor er auch das Dach über dem Kopf. Damit wollte der Arbeitgeber den Druck auf seine Angestellten erhöhen und sie durch die Abhängigkeit zu größerer Disziplin sowie Leistungs- und Aufopferungsbereitschaft gegenüber der Arbeit anhalten.