Portraits
Beschreibung: An der linken oberen Wand befinden sich zwei kleine Portraits. Die Portraits an sich sind oval, sie sind jedoch in rechteckige Rahmen eingerahmt. Sie sind untereinander aufgehängt. Das untere Portrait ist kleiner als das obere. Die Person auf dem oberen Portrait könnte George Austen sein, die Person auf dem unteren könnte seine Frau Cassandra sein.

Kulturgeschichtlicher Zusammenhang: Schon die Römer wussten, sich ewiges Andenken zu bewahren, allen voran Kaiser und Feldherren, Dichter und Gelehrte. In Bronze oder Stein geformte Köpfe aus jener Zeit sind noch heute lebendige Zeugnisse längst vergangenen Epochen und zugleich einer damals verbreiteten Kunstform: Porträtieren. Das Portrait entstand um Verstorbene im Andenken zu bewahren oder die Herrschenden, Kaiser und erfolgreichen Feldherren zu ehren und ihre Vorbildfunktion zu unterstreichen.

Seine Tradition reicht jedoch noch weiter zurück bis zu den Ägyptern, eins uns aus dieser Zeit sehr bekanntes Portrait ist das der Nofretete. Diese Porträts sind jedoch stärker stilisiert und weniger charakteristisch.

Doch wer es sich im alten Rom leisten konnte, ließ sich und seine Familie porträtieren, so dass uns heute noch viele sehr ausdrucksstarke Köpfe auch von weniger berühmten Menschen erhalten sind.

Mit dem Untergang des römischen Reiches ging die Porträtkunst jedoch zugrunde.

Erst in der Renaissance erlebte sie einen neuen Höhepunkt. Einer der ersten bekannten Portraits wurde von Donatello geschaffen und zeigt Niccolò da Uzzano oder die Büste des Piero di Medici aus der Hand von Mino da Fiesole (beide Mitte des 15. Jhrds Florenz)

Auch im Barock wurde die Portraitkunst sehr geschätzt und hatte ihren Höhepunkt dank des römischen Bildhauers Gianlorenzo Bernini, der insbesondere diverse Persönlichkeiten der Kirche aber auch Ludwig XIV. portraitierte.1

Deutung: Diese beiden Portraits sollen hervorheben, dass Mrs. und Mr. Austen Hausherrin und Hausherr sind. Sie „wachen“ von der Wand aus über das Geschehen. Zudem bleiben sie durch die Portraits auch nach ihrem Tod den Menschen noch im Gedächtnis. Es könnte sich allerdings auch um Portraits der Vorfahren der Familie handeln; in diesem Fall würde durch die Portraits betont, daß die Familie Austen nennenswerte Vorfahren besitzt und damit zur alteingesessenen Gentry gehört.
1 http://www.portrait-imb.com/history-de.php