Gardinen

Beschreibung: Die Gardine hängt vor dem Fenster und bedeckt dies zu 2/3. Sie ist gemustert und halbdurchsichtig.   

Das Fenster befindet sich zentral an der hinteren Wand in der Wohnung. Beim Blick hinaus erkennt man zwei Fenster, die sehr nah an dem Haus liegen.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund:  Im 16. Jahrhundert galten Gardinen noch als Luxusgut und wurden nur von der oberen Schicht gekauft.1

Im 19. Jahrhundert dienten Gardinen vor dem Fenster als Sichtschutz vor den neugierigen Blicken der Nachbarn. Die Menschen konnten weiterhin hinaussehen, ohne dass sie selbst gesehen wurden. Man versuchte, seine Privatsphäre vor der Außenwelt zu schützen.2

Im 19. Jahrhundert gab es mehrere Wohnkomplexe in Mietskasernen. Bei diesen herrschte eine hohe Bebauungsdichte, sodass zwischen vielen Häusern nur ein kleiner dunkler Hof lag. In diesen Mietskasernen lebten Menschen mit verschiedenen Einkommen. Die besser verdienenden Menschen lebten in den Wohnungen, die an der äußeren Seite mit dem Blick zur Straße lagen. Die Wohnungen zum Hof waren kleiner und dort wohnten die schlechter verdienenden Arbeiterfamilien.

Deutung: Weil an die Wohnung der Familie sofort die nächste grenzte, hängten sie eine Gardine als Sichtschutz auf. Dadurch blieb ihnen etwas Privatsphäre und die Nachbarn konnten nicht in die Wohnung blicken.  

Da diese Familie mit direktem Blick zum nächsten Haus lebte, kann man schließen, dass sie eine der inneren Wohnungen mit Blick zum Hof bewohnten. Dies deutet auf ihr geringes Einkommen hin.

Aufgrund des dunklen Innenhofes vor dem Fenster, konnte dies nicht als gute Lichtquelle dienen, also benötigte die Familie noch eine weitere.

1  http://www.texion.eu/procad-cad-softwarefuerwirkwa/spitzen-und-gardinen.html, Stand: 27.03.12
2  http://www.patricialincke.de/konzept/Radikale%20Haeuslichkeit.pdf, Stand: 28.03.12 8:52