Schädelskizze von Goethe.- In: Reinhard Lindenhahn, Weimarer Klassik, Berlin 1996, S. 57

Goethe studierte sehr ausdauernd Versteinerungen und anatomische Präparate und beschäftigte sich mit der Frage, warum der Mensch nur ein einziges Oberkieferbein zu besitzen schien, während die ganze Tierwelt einschließlich des Affen eine Kinnlade hat, die aus zwei Teilen besteht: dem Oberkiefer und dem Zwischenkieferbein. Nach langem Forschen entdeckte er auch am menschlichen Schädel schwache Spuren der Nähte, die bei den Tieren die beiden Kieferteile verbinden, und er schloß daraus, daß es auch beim Menschen früher einen Zwischenkieferknochen gegeben haben müsse. Mit seiner Entdeckung stand Goethe in der ersten Reihe der Biologen seiner Zeit.

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