Johann Heinrich Voß schreibt am 14.7.1776 an seine Braut:

„In Weimar geht es erschrecklich zu. Der Herzog läuft mit Goethen wir ein wilder Bursche auf den Dörfern herum, es besäuft sich und genießt brüderlich einerlei Mädchen mit ihm. Ein Minister, der gewagt hat, ihm die Ausschweifungen abzuraten, hat zur Antwort gekriegt: Er müßte es tun, sich zu stärken."

Charlotte vom Stein äußert sich am 6.4.1776:

„Ich wünschte selbst, Goethe möchte etwas von seinem wilden Wesen, darum ihn die Leute hier so schief beurteilen, ablegen, das im Grunde zwar nichts ist, als dass er jagt, scharf reitet, mit der großen Peitsche klatscht, Alles in Gesellschaft des Herzogs. Gewiß sind Dies seine Neigungen nicht, aber eine Weile muß er´s so treiben, um den Herzog zu gewinnen und dann Gutes zu stiften. So denk ich davon - er gab mir den Grund nicht an, verteidigte sich mit wunderbaren Gründen, mir blieb´s, als hätt er unrecht."

Am 10.05.1776 (also ein halbes Jahr später) meint sie in einem Brief:

"[...] Goethe verursacht hier einen großen Umsturz; wenn er auch wieder Ordnung machen kann, um so besser für sein Genie! sicherlich ist seine Meinung gut, aber zu große Jugend und zu geringe Erfahrung - doch warten wir das Ende ab!"

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