Johann Heinrich Merck

Merck, Johann Heinrich 
(1741 - 1791)
Merck ist einer der Ur - Freunde Goethes, der ihm vornehmlich in seinen jüngeren Jahren auf das Engste verbunden war. Merck, selbst als Schriftsteller und Übersetzer tätig - sein Gehalt bezog er im wesentlichen als Kriegszahlmeister - bezahlte Goethe die Druckkosten für den im Selbstverlag erschienenen "Götz von Berlichingen" (Goethe besorgte auf seine Kosten das Papier). Dreh und Angelpunkt ihrer Interessen bildete in den Jahren 1771/73 der Darmstädter "Kreis der Empfindsamen", nach pietistischem Muster gebildet aus "schönen Seelen", die Goethe als "Gemeinschaft der Heiligen" zu verspotten pflegte. Gleichwohl fühlte er sich bei ihnen für einige Zeit heimisch und gut aufgehoben. Merck ermunterte ihn, an den von ihm geleiteten "Frankfurter GelehrteAnzeigen" mitzuarbeiten. 
Noch fünfzig Jahre später bekam Goethes Altersfreund Johann Peter Eckermann damit zu tun, seine unsignierten Jugendarbeiten aus den aufbewahrten Zeitungsblättern herauszusuchen. 
Die Freundschaft zwischen den beiden so unterschiedlich angelegten Männern erkaltete zusehends, wobei Mercks destruktive, verneinende Weltsicht Goethe diametral widersprach und am Ende unerträglich wurde. Mercks analytischem Geist und seiner ungehemmten Spottlust entlieh Goethe einige Züge für seinen Mephisto. Mit fünfzig Jahren nahm sich Merck aus nicht näher bekannten Umständen und Motiven das Leben. 

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