Johann Bernhard Basedow, (1724-1790), deutscher Bildungsreformer und führender Vertreter der Pädagogik der Aufklärung, geboren in Hamburg. Er absolvierte dort und an der Universität Leipzig seine Ausbildung. Basedow war von den Gedanken des englischen Philosophen John Locke und des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau stark beeinflusst. 1774 plante er eine Reform des Grundschulsystems in Deutschland. Basedows Ansichten fanden breiten Anklang und führten im selben Jahr in Dessau zur Gründung einer modellhaften Bildungsstätte, dem „Philanthropin", dessen Direktor er vier Jahre lang war. Das „Philanthropin" und ähnliche Einrichtungen, die in der Folgezeit in anderen Städten gegründet wurden, hatten zum Ziel, die Qualität der Bildung dadurch zu verbessern, dass die Arbeit in der Schule mit der Welt außerhalb des Klassenzimmers verbunden wurde. Hierzu gehörte spielendes Lernen ebenso wie handwerkliches Gestalten, Leibesertüchtigung und ein überkonfessioneller Religionsunterricht, der auf Toleranz ausgerichtet war. Aus der „Glückseligkeit" des Einzelnen sollte gemäß seinen Maximen der Wille zur Gemeinnützigkeit erwachsen. Besonderen Wert legte Basedow neben der lebenspraktischen Orientierung seiner Schule auch auf die Einführung einer staatlichen Aufsicht über das Schulwesen. 1778 trat er als Direktor des „Philanthropins" zurück, das 15 Jahre später geschlossen wurde. Zu seinen Werken gehört u. a. das „Methodenbuch für Väter und Mütter" (1770), das später zum „Elementarwerk" (4 Bde., 1774) erweitert wurde.

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