Fritz Jacobi

Friedrich Heinrich Jacobi, (1743-1819), Schriftsteller und Philosoph. Er war eine der zentralen Gestalten des Sturm und Drang.

Jacobi wurde am 25. Januar 1743 in Düsseldorf geboren. Er war zunächst Kaufmann, interessierte sich aber schon bald für Literatur und Philosophie: So setzte er sich während eines Aufenthalts in Genf zwischen 1759 und 1762 bereits eingehend mit der Philosophie der Aufklärung auseinander. Nach seiner Ernennung zum kurfürstlichen Hofkammerrat 1772 konnte Jacobi sich ganz dem Schreiben widmen. Außerdem war er Professor für Philosophie. Mit Johann Wolfgang von Goethe verband Jacobi eine enge Freundschaft. Korrespondenzen unterhielt er u. a. mit Christoph Martin Wieland, Matthias Claudius, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Gottfried Fichte und Friedrich Wilhelm Schelling.

Nach seiner Flucht vor den französischen Truppen 1794 gelangte Jacobi über Holstein und Paris 1805 schließlich nach München. Hier wurde er zwei Jahre später Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Aufgrund einer Auseinandersetzung mit Schelling zog er sich jedoch 1812 aus dem Amt zurück. Jacobi starb am 10. März 1819 in München.Vor allem Goethes „Die Leiden des jungen Werthers" inspirierte Jacobi zu seinen eigenen Briefromanen „Eduard Allwills Papiere" (1775) und „Woldemar", der 1779 erschien. Letzteren überarbeitete er wegen Goethes Kritik mehrmals, bis 1794 eine letzte Fassung vorlag. Weitere Werke Jacobis sind „Über die Lehre des Spinoza in Briefen an Herrn Mendelssohn" (1785), „David Hume. Über den Glauben, oder Idealismus und Realismus" (1787) sowie „Jacobi an Fichte" (1799). Hier verwarf er sowohl den Vernunftkult der Aufklärung als auch den Idealismus Fichte’scher Provenienz und propagierte das irrationalistische Modell intuitiv empfundener Erkenntnis sowie die Anerkennung des Gegebenen vor dem Idealen. Er stellte die sittliche Natur des Menschen über die Setzung moralischer Werte und Normen. In Fragen der Religion stand Jacobi Johann Georg Hamann (1730-1788) und dessen Vorstellung von der Welt als Handschrift Gottes sowie Jean Paul und Johann Gottfried von Herder nahe. Der philosophische Begriff des Nihilismus, der hier die idealistische Philosophie kennzeichnen sollte, stammt von ihm.

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