Aus: Peter Mettenleiter u.a., Blickfeld Deutsch, Paderborn 1991, S. 188

Friedrich Gottlieb Klopstock, (1724-1803), Schriftsteller. Mit seiner Dichtung und Dramatik, vor allem aber mit seinem Hauptwerk „Der Messias" (1748-1773) gilt er als einer der bedeutendsten Schriftsteller der frühen Klassik

Klopstock wurde am 2. Juli 1724 in Quedlinburg geboren. Nach einem Studium der Theologie in Jena (1745/46) und Leipzig (1746-1748) und einer Anstellung als Hauslehrer in Langenselza hielt er sich 1750 auf Einladung Johann Jakob Bodmers einige Zeit in Zürich auf. Ab 1751 war er Gast des Reformers und Ministers Johann Hartwig Ernst Graf von Bernstorff (1712-1772) in Kopenhagen, wo er vom König eine Lebensrente erhielt und das Zentrum eines deutsch-dänischen Kreises von Dichtern und Aufklärungsphilosophen bildete, dem u. a. Johann Andreas Cramer, Helfrich Peter Sturz, Friedrich Leopold Reichsgraf zu Stolberg-Stolberg, Johann Elias Schlegel, Johann Bernhard Basedow und Heinrich Wilhelm von Gerstenberg angehörten.

1754 heiratete Klopstock Meta Moller (1728-1758), die in seiner Odendichtung als Cidli auftaucht. Zwischen 1759 und 1763 lebte er in Halberstadt, Braunschweig und Quedlinburg. 1764 übersiedelte er erneut nach Dänemark, wo er vier Jahre lang blieb. Klopstock starb am 14. März 1803 in Hamburg. Sein Schaffen beeinflusste eine ganze Generation junger Dichter, darunter auch Johann Wolfgang von Goethe. Klopstock trug wesentlich zur Weiterentwicklung einer eigenständigen deutschen Literatur bei. Mit seinem Werk grenzte er sich von der moralisch-pietistischen Dichtung des Spätbarock ab und wurde mit seiner Betonung der dichterischen Individualität und einer eigenen Sprachgebung zum Wegbereiter für Empfindsamkeit, Sturm und Drang und Erlebnisdichtung. Sein dichterisches Hauptwerk ist „Der Messias", ein aus zwanzig Gesängen bestehendes biblisches Epos in klassischen Hexametern, mit dessen Abfassung er bereits als Schüler begann und das zwischen 1748 und 1773 in vier Bänden erschien. Klopstocks bedeutendste lyrische Werke erschienen in den Oden (1771), einer Sammlung erhabener Dichtungen in drei Büchern aus den Jahren 1747 bis 1770, zu den Themen Religion, Liebe, Freundschaft, Vaterland und dem Erleben der Natur, darunter „Der Zürchersee" und „Die Frühlingsfeier". Klopstock trat auch als Verfasser religiöser Versdramen zu alttestamentarischen Inhalten hervor. Sein Interesse an der Vergangenheit Deutschlands fand ihren Ausdruck in der romantisch-nationalen Dramentrilogie über das „Leben des Feldherrn Arminius oder Hermann der Cherusker", bestehend aus „Hermanns Schlacht" (1769), „Hermann und die Fürsten" (1784) und „Hermanns Tod" (1787). Zu Klopstocks theoretischen Schriften gehören neben Abhandlungen zu Metrik, Poetik, Orthographie und Etymologie das unvollendet gebliebene Prosawerk „Die deutsche Gelehrtenrepublik. Ihre Einrichtung, ihre Gesetze, ..." (1774).

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