Am 28. März 1797 schreibt Goethe aus Jena an Karl Ludwig von Knebel:

Schiller ist fleißig an seinem Wallenstein, der ältere Humboldt arbeitet an der Übersetzung des Agamemnon von Aeschylus, der ältere Schlegel an einer des Julius Cäsar von Shakespeare, und indem ich so sehr Ursache habe, über die Natur des epischen Gedichts nachzudenken, so werde ich zugleich veranlasst, auch auf das Trauerspiel aufmerksam zu sein, wodurch denn manches besondere Verhältnis zur Sprache kommt. Dabei bringt noch die Gegenwart des jüngeren Humboldt, die allein hinreichte, eine ganze Lebensepoche interessant auszufüllen, alles in Bewegung, was nur chemisch, physisch und physiologisch interessant sein kann, so daß es mir manchmal recht schwer ward, mich in meinen Kreis zurückzuziehen. Nimmst Du nun dazu, daß Fichte eine neue Darstellung seiner Wissenschaftslehre im Philosophischen Journal herauszugeben anfängt, und daß ich, bei der spekulativen Tendenz des Kreises, in dem. ich lebe, wenigstens im ganzen Anteil daran nehmen muß, so wirst Du leicht sehen, daß man manchmal nicht wissen mag, wo einem der Kopf steht.

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