Revolutionäre Kämpfe auf dem Josefsplatz in Wien

Einer der Hauptschauplätze der Revolution 1848 in Deutschland war Wien. Der Zorn von Bürgern und Studenten richtete sich gegen die bestehenden Verhältnisse und gegen den, der sie zu verantworten hatte wie kein anderer: den allmächtigen Kanzler Metternich. Die Forderungen nach einer Verfassung wurden immer drängender gestellt. Am Morgen des 13. März 1848 demonstrierte eine erregte Menge vor dem Ständehaus in Wien, in dem die niederösterreichischen Stände tagten. Eine Gruppe von Demonstranten drang ins Ständehaus ein. Militär wurde eingesetzt, die ersten Opfer der Revolution brachen unter den Schüssen der Soldaten zusammen. Aufruhr ergriff die Innenstadt. Barrikaden wurden errichtet. Bürger, Studenten und Arbeiter kämpften Seite an Seite gegen österreichisches Militär.

Kaiser Ferdinand (1835-1848) war ratlos. Seine Berater schwankten zwischen scharfem Vorgehen der Armee und Einlenken. Am Spätnachmittag erschien eine Abordnung der Bürgergarde in der Hofburg und forderte den Abzug der Truppen, die Bewaffnung der Studenten und den Rücktritt des Fürsten Metternich bis 21.00 Uhr. Als auch in der Staatskonferenz der Ruf nach seiner Abdankung laut wurde, geschah das Unerwartete: Metternich gab auf. Er trat zurück. Schon einen Tag später verließ er Wien. Heimlich und unter falschem Namen ging er nach England ins Exil. Die Symbolfigur der Restauration war gestürzt. Eine Ara war zu Ende. Mehr als dreißig Jahre hatte Metternich diplomatisch und allmächtig die österreichische Politik bestimmt. Er hatte auch die Geschicke Deutschlands im Deutschen Bund nach seinen Vorstellungen und oft unheilvoll gelenkt. In Wien trat zunächst Ruhe ein.

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