Weber liefern ihre in Heimarbeit gefertigten Tuche bei den Verlegern ab. Sie sind abhängig von der Qualitätskontrolle und dem Preis, den die Verleger zu zahlen bereit sind (Gemälde von Carl Wilhelm Hübner, 1844)

Wohn- und Arbeitszimmer eines heimarbeitenden Webers, Holzschnitt von 1845

Besonders die Situation der Weber in Schlesien war durch Pauperismus gekennzeichnet. Dort zahlten die Unternehmer so niedrige Löhne, daß eine sechsköpfige Familie mit 9 bis 15 Pfennigen täglich auskommen mußte. Als in den Jahren 1843 und 1844 schlimme Mißernten und eine Absatzkrise für Textilien die Situation noch verschärften und die Weber zudem Lohnkürzungen hinzunehmen hatten, kam es in den Weberdörfern Peterswaldau und Langenbielau zu verzweifelten Ausbrüchen. Die erregten Arbeiter stürmten Fabrikgebäude in Peterswaldau und zerstörten die Maschinen. Der Funke sprang über, auch in anderen Unternehmen wurde revoltiert. Dann zogen die Arbeiter nach Langenbielau, drangen dort in die Fabriken ein und zerstörten gleichermaßen die Anlagen. Das rasch herbeigerufene Militär warf den Aufstand blutig nieder. Die Truppen schossen in die demonstrierende Arbeitermenge vor dem Haus eines Unternehmers und töteten elf Menschen, unter ihnen Frauen und Kinder, 24 Demonstranten wurden verwundet.
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