Marschall Blücher und Herzog Wellington vor der Gehöft "Belle Alliance" am Abend nach der Schlacht bei Waterloo am 18.6.1815, Zeitgenössische Lithographie

Mitten in den Wiener Kongress platzte eine Schreckensnachricht: Napoleon war am 1. März 1815 aus der Verbannung zurück nach Frankreich gekommen, und die Franzosen jubelten ihm zu. Vor diesem dramatischen Hintergrund wurden die Wiener Verhandlungen zügig beendet. Der Bourbonenkönig Ludwig XVIII. (1814 -1824) floh ins Ausland, und Napoleon konnte sein Regiment in Frankreich wieder aufbauen. Die Großmächte reagierten auf diese Bedrohung, indem sie am 13. März die Acht gegen Napoleon aussprachen und sich am 25. März erneut zu einem Bündnis gegen ihn zusammenschlossen. Sie setzten ihre Truppen nach Frankreich in Marsch und bildeten in Wien einen gemeinsamen Kriegsrat. Ihr Plan war es, das englisch-deutsche Heer unter der Führung des englischen Feldmarschalls Herzog von Wellington (1769 - 1852) und das preußische Heer unter dem preußischen Generalfeldmarschall Blücher in Belgien zu konzentrieren. Um dies zu verhindern, griff Napoleon am 16. Juni die Preußen an und schlug sie (bei Ligny). In der Annahme, daß sich das preußische Heer nach dieser Niederlage auf dem Rückzug befinden würde, griff Napoleon am 18. Juni Wellington an, der mit seinen Truppen auf den Höhen von Waterloo stand. Es war ein erbittertes Gefecht. Wellington soll im Laufe der Schlacht ausgerufen haben: „Ich wollte, es würde Nacht oder die Preußen kämen. " Völlig unerwartet für das französische Heer griff noch am selben Abend Blücher deren rechte Flanke an. Die französischen Truppen wurden besiegt, und durch die Verfolgung des Generalquartiermeisters Neidhardt von Gneisenau (1760-1831) kam es schließlich zu deren völliger Auflösung. Die „Herrschaft der hundert Tage" Napoleons war beendet. Er lieferte sich den Engländern aus und wurde als Gefangener auf die Insel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai des Jahres 1821 verstarb. Der geflohene Bourbonenkönig kehrte zurück.
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