Am 3. Juli hatten die Abgeordneten beschlossen, sich zuerst den Beratungen über die „Grundrechte des Deutschen Volkes" zuzuwenden. Sie sollten einer deutschen Verfassung vorangestellt werden. Am 6. Juli lagen zu den 100 Paragraphen des Entwurfes 350 Änderungsanträge vor, und man rechnete mit 4 500 Rednerbeiträgen. Immerhin gelang es der Frankfurter Paulskirchenversammlung, durch die Person eines Reichsverwesers eine provisorische Zentralgewalt zu schaffen. Erzherzog Johann (1782-1859), der Bruder des österreichischen Kaisers, nahm die Wahl dazu an; die Regierungen erkannten ihn an, und der Bundestag legte seine Geschäfte nieder.

Die Diskussionen um die Verfassung gingen immer noch weiter, als in Österreich und Preußen längst die Gegenrevolutionäre die Oberhand gewonnen hatten. Ungelöst war immer noch, ob das zukünftige Deutschland Monarchie (wofür die Mehrheit war) oder Republik sein und ob man sich auf eine „kleindeutsche" Lösung - ein deutsches Reich ohne Österreich - oder eine großdeutsche Lösung mit Österreich einigen sollte. Nach endlosen Debatten entschieden sich die Abgeordneten für die kleindeutsche Lösung. Sie gaben Deutschland die erste von liberalem Geist geprägte Verfassung, die bis heute in den Grundrechten der Bundesrepublik Deutschland fortwirkt.

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