Auf Vorposten, Gemälde von G.F. Kersting, 1815

Dargestellt werden die drei Schriftsteller Körner, Hartmann und Friesen, die als Lützower Jäger im Verlauf der Befreiungskriege fielen. Der Eichenwald steht für das Nationalgefühl, das Eiserne Kreuz betont die Opferbereitschaft, die lässige Haltung und das in der Öffentlichkeit streng verbotene Rauchen signalisieren Freiheit und Rebellentum

Im Befreiungskrieg von 1813 folgen Studenten, Schüler, Bildungsbürger, Handwerker den zündenden Aufrufen und bilden Freikorps. Von Freiheitsenthusiasmus getragen, bilden sie bis zu 3000 Mann starke, militärisch nicht unbedeutende Verbände, die feindliche Kräfte binden.

Das bekannteste Freikorps ist das des Gardeoffiziers Adolf Freiherr von Lützow, es fällt durch Verwegenheit und Tapferkeit seiner Streiter auf. Lützow erhält im Februar 1813 in Breslau vom König die Erlaubnis zur Aufstellung eines nichtpreußischen Freiwilligenkorps, das nach seiner Montur „Schwarze Schar" genannt wird. Im Gasthof „Zum goldenen Zepter" können sich die Freiwilligen melden. Ein Banner aus schwarzer und roter Seide, auf dem in goldenen Lettern die Schrift „Mit Gott fürs Vaterland" eingestickt ist, macht auf das Werbebüro aufmerksam.

Die Uniformen der Lützow'schen Freischar übernehmen die Farben: Rot sind die Samtaufschläge der schwarzen Röcke mit den goldgelben Knöpfen. Schwarz-Rot-Gold, das werden die Farben, mit denen sich die deutsche demokratische Opposition während des ganzen 19. Jhs. zu erkennen gibt.

Die Freischar des Freiherrn von Lützow wächst schon in den ersten Tagen des Aufrufs zu beachtlicher Stärke an. Zu den Freiwilligen meldet sich auch der Sohn des Dresdner Oberkonsistorialrates Gottfried Körner. In Wien hat Theodor Körner sich einen Namen als Theaterdichter gemacht, eines Tages erklärt er seinem Vater: „Ich will Soldat werden, will, (...) sei's auch mit meinem Blute, mir ein Vaterland (...) erkämpfen."

Die Lützower bilden eine verschworene Gemeinschaft, Unterschiede von Geburt, Stand, Ausbildung oder Vermögen gelten nicht. Gemeinsam mit der preußischen Armee unter General von Blücher rückt das Lüztower Freicorps zum ersten Einsatz aus, in der Rogauer Dorfkirche empfängt es den Segen und Körner schreibt für den Gottesdienst zündende Verse zum bekannten Kirchenlied „Herr, wie du willst [...]" aus der Reformationszeit: „Es bricht der freche Übermut l Der Tyrannei zusammen, / Es soll der Freiheit heilge Glut / In allen Herzen flammen (...)".

Die Aufgabe von Lützows Schar ist, im Hinterland die Versorgungslinien der Franzosen zu stören. Am 26. 8. 1813 liegt sie wieder im Hinterhalt, der Überfall auf einen Transport mit Zwieback und Branntwein gelingt, doch eine Kugel trifft Körner tödlich. „Lützows verwegene Jagd", wie sie Körner besingt, endet 1814, das Korps wird aufgelöst und die Kavallerie wird in ein Ulanenregiment eingegliedert.

1830 wird Lützow zwangspensioniert, man verdächtigt ihn, gegen den Staat zu opponieren.

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